Aave schmiedet DeFi-Allianz zur Bewältigung der Folgen des 292-Millionen-Dollar-KelpDAO-Angriffs
Aave koordiniert laut CoinDesk gemeinsam mit mehreren großen Kryptounternehmen einen Rettungsplan, um den DeFi-Markt zu stabilisieren. Der Betrug in Höhe von 292 Mio. US-Dollar hat der größten Lending-Plattform der Branche eine deutliche Lücke bei der Besicherung hinterlassen.
Unter dem Namen "DeFi United" bündeln von Aave-Dienstleistern geführte Partner ihre Maßnahmen, um die Finanzierung von rsETH wiederherzustellen. Der renditetragende Derivat-Token auf Ethereum (ETH) stand im Zentrum des Angriffs. Aave teilte auf X mit, mehrere Teilnehmer hätten bereits Unterstützung signalisiert.
Als erster Unterstützer trat der Staking-Anbieter Lido Finance auf. Ein Ökosystem-Beitragender, die Lido Labs Foundation, brachte einen Vorschlag ein, bis zu 2.500 stETH (aktuell rund 5,7 Mio. US-Dollar) in einen zweckgebundenen Hilfsfonds zu geben. Damit soll die Unterdeckung der rsETH-Deckung verringert und Zwangsliquidationen im Kreditmarkt vermieden werden.
Anschließend schlug EtherFi ein Programm über 5.000 ETH vor, das nach eigenen Angaben darauf abzielt, "DeFi-Nutzer zu schützen und Bad Debt zu verhindern". Aave-Gründer Stani Kulechov spendete ebenfalls 5.000 ETH. "Aave ist mein Lebenswerk, und wir arbeiten unermüdlich daran, die besten Lösungen für unsere Nutzer zu finden", erklärte er. "Ich arbeite daran, dieses Problem so schnell wie möglich zu lösen und normale Marktbedingungen wiederherzustellen." Aave kündigte an, weitere Zusagen zu veröffentlichen, sobald diese offiziell bestätigt sind.
Der Vorfall löste eine Kettenreaktion im DeFi-Sektor aus und gilt als der bislang größte Krypto-Exploit des Jahres, der den Lending-Markt erschütterte. Auslöser war eine Schwachstelle in der Integration von KelpDAO mit LayerZero: Der Angreifer nutzte das Message-Passing-System der Bridge, um 116.500 nicht gedeckte rsETH zu prägen.
Verkauft wurden die Tokens nicht. Stattdessen hinterlegte der Angreifer nahezu 90.000 rsETH als Sicherheit bei Aave und lieh sich auf Ethereum und Arbitrum rund 190 Mio. US-Dollar in ETH und weiteren Assets. In der Folge setzte ein "Bank Run" ein, als Kreditgeber nach dem Vorfall unterbesicherter Assets in Eile verfügbare Mittel abzogen. Der Gesamtwert der Vermögenswerte auf der Aave-Plattform sank nach dem Ereignis um 10 Mrd. US-Dollar. Aave beziffert den Umfang der Schwachstelle auf mehr als 112.000 rsETH.
Vor "DeFi United" liefen bereits erste Eindämmungsmaßnahmen. Anfang der Woche fror der Security Council von Arbitrum 30.766 ETH ein, die mit der Schwachstelle in Verbindung stehen und damals etwa 71 Mio. US-Dollar wert waren. Die übrigen entwendeten Mittel wurden allerdings gebridged und über Thorchain in Bitcoin getauscht, was eine Rückholung erschwert.
Der Schwerpunkt der aktuellen Bemühungen liegt daher weniger auf der Wiederbeschaffung, sondern auf der Stabilisierung des Systems: koordinierte Stützungsmaßnahmen, Rekapitalisierung von rsETH und die Begrenzung von Folgeschäden.