Aave-TVL nach 300-Mio.-Dollar-Hack bei KelpDAO um 35% auf 17,56 Mrd. Dollar gefallen
Ein großer Angriff auf das DeFi-Projekt KelpDAO hat den Markt für dezentrale Finanzanwendungen erschüttert und bei Aave eine massive Abzugswelle ausgelöst. Innerhalb kurzer Zeit wurden laut Bericht mehr als 9 Mrd. US-Dollar vom größten DeFi-Kreditprotokoll abgezogen.
Auslöser war ein Exploit am Wochenende, bei dem nahezu 300 Mio. US-Dollar entwendet wurden. Angreifer sollen Kelp's Cross-Chain-Bridge manipuliert haben, sodass 116.500 rsETH im Gegenwert von fast 300 Mio. US-Dollar an eine von ihnen kontrollierte Wallet übertragen wurden.
Brisant war aus Sicht des Marktes vor allem die Weiterverwendung der Beute: Rund 200 Mio. US-Dollar der gestohlenen Token wurden bei Aave als Sicherheit hinterlegt, um andere Kryptowährungen zu leihen. Das schürte Sorgen, die Sicherheiten könnten an Wert verlieren, eingefroren werden oder sich als nicht einlösbar erweisen. In diesem Fall drohten Aave Kredite ohne ausreichende Deckung.
DeFi-Protokolle laufen weitgehend automatisiert, Eingriffe in Echtzeit sind nur begrenzt möglich. Das verstärkte den Vertrauensverlust und führte zu einem der größten Kapitalabflüsse, die der DeFi-Sektor bisher gesehen hat.
In der Folge sank das bei Aave gebundene Kapital (Total Value Locked, TVL) auf 17,56 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang von etwa 35%. Der AAVE-Token gab im Vergleich zu vor zwei Tagen um rund 20% nach und notierte zuletzt bei ungefähr 90 US-Dollar.
Analysten warnen seit Längerem, dass das schnelle Wachstum im DeFi-Bereich Sicherheitsrisiken nach sich ziehen kann. Nutzer können ohne Intermediäre verleihen, leihen und Zinsen erzielen, sind dabei aber Smart-Contract-Risiken, möglicher Oracle-Manipulation sowie der Volatilität von Sicherheiten ausgesetzt.
Der Vorfall bei KelpDAO reiht sich in eine Serie von Sicherheitsproblemen ein. Erst vor wenigen Wochen wurde die dezentrale Börse Drift laut Bericht um 285 Mio. US-Dollar exploitiert, was eine Debatte über Stablecoin-Emittenten wie Circle auslöste, nachdem Nutzer eine zu späte Sperrung gestohlener USDC kritisiert hatten. Ebenfalls 2026 stellte die Solana-basierte DeFi-Plattform Step Finance einen Monat nach einem Hack Ende Januar den Betrieb ein; damals wurden rund 261.000 SOL entwendet, etwa 27 Mio. US-Dollar zum damaligen Kurs.
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