Bitcoin rutscht unter 80.000 US-Dollar – ETF-Abflüsse und steigende US-Renditen belasten
Bitcoin erholte sich ab dem 30. April, nachdem Käufer die breite Unterstützungszone um 75.000 US-Dollar verteidigten und sich die kurzfristige Stimmung aufhellte. Anfang Mai nahm der Aufwärtsdruck zu: BTC stieg mit wachsender spekulativer Aktivität in Richtung 82.000 US-Dollar. Wiederholte Abweisungen im Bereich von 81.000 bis 82.000 US-Dollar schwächten den Trend, als im Gesamtmarkt Gewinnmitnahmen zunahmen. Zwischen dem 12. und 16. Mai beschleunigte sich die Korrektur, große rote Kerzen drückten Bitcoin zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder unter die wichtige Marke von 80.000 US-Dollar.
Altcoins gerieten im Zuge der sinkenden Risikobereitschaft ebenfalls deutlich unter Druck. Solana (SOL) fiel um knapp 7,9%, Hyperliquid (HYPE) um 6,6%, Cardano (ADA) verlor mehr als 7%. Tron (TRX) und BNB (BNB) zeigten sich im Vergleich zum Gesamtmarkt robuster.
Institutionelle Abflüsse verstärken die Schwäche
Auch die Kapitalflüsse in Spot-ETFs spiegelten die wachsende Vorsicht. Die frühere Zurückweisung an der 80.000-US-Dollar-Zone hatte das Vertrauen bereits belastet, als sich das Momentum schrittweise eintrübte. Am 15. Mai verschärfte sich der Druck, nachdem US-Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt Nettoabflüsse von rund 290 Mio. US-Dollar verzeichneten. Keiner der zwölf Bitcoin-ETFs meldete an diesem Tag Zuflüsse, ein Signal für Zurückhaltung institutioneller Anleger in einem volatileren Umfeld.
Bei Ethereum-ETFs setzten sich die Abflüsse fort: Weitere 65,66 Mio. US-Dollar flossen ab, womit sich die Negativserie in Richtung fünf aufeinanderfolgender Handelstage ausweitete. Der anhaltende Kapitalabzug lief zeitlich parallel zur Abwärtsbewegung von Bitcoin in Richtung der 79.000-US-Dollar-Region. Bleibt die ETF-Nachfrage schwach, könnte das den Abwärtsdruck weiter erhöhen.
Steigende US-Renditen erhöhen den Gegenwind
Zusätzlichen Druck liefert das Makroumfeld. Mit steigenden Renditen wurde die Positionierung an den Finanzmärkten defensiver. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen näherte sich im Mai dem Bereich von 4,59% bis 4,60%. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für nicht verzinsliche Anlagen wie Bitcoin, zumal Inflationssorgen anhalten und Erwartungen an Zinssenkungen nachlassen.
In diesem Umfeld zog BlackRock während der Marktabkühlung rund 1.768 BTC im Gegenwert von nahezu 140 Mio. US-Dollar von Coinbase Prime ab. Die Bewegung deutet auf eine vorsichtigere Neupositionierung bei sinkender Liquidität und schwächerer Risikoneigung hin. Eine Entspannung bei Inflation und US-Renditen könnte die institutionelle Stimmung und die Nachfrage im Kryptomarkt schrittweise stabilisieren.
Fazit
Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) standen unter Druck, nachdem ETF-Abflüsse und steigende US-Renditen die Marktstimmung belasteten. Ob sich der Kryptomarkt erholt oder weiter nachgibt, dürfte maßgeblich von stabileren institutionellen Zuflüssen und nachlassendem makroökonomischem Liquiditätsdruck abhängen.