Bitcoin-ETFs verlieren 357,6 Mio. US-Dollar – Hashrate bricht nach Mining-Abschaltungen ein

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am Montag netto 357,6 Mio. US-Dollar an Abflüssen verzeichnet. Größter Verkäufer war der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (CBOE: FBTC) mit 239,12 Mio. US-Dollar. Damit drehten die Nettoflüsse im Dezember erstmals ins Minus; für den Tag wurde ein Nettoabfluss von 158,85 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Parallel geriet Bitcoin (BTC) deutlich unter Druck. Zwischen dem London-Schluss und dem Handelsstart in New York fiel der Kurs um mehr als 5%. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag BTC bei 86.010 US-Dollar, ein Tagesminus von 4,1%. Nach einem Start bei 86.412 US-Dollar rutschte der Spotpreis bis auf 85.140 US-Dollar. Auslöser war eine Meldung von Jack Kong, CEO von Nano Labs Limited. Er erklärte, in China seien rund 400.000 Mining-Geräte abgeschaltet worden. Die Bestätigung am Montag löste die Marktreaktion aus. Die Bitcoin-Hashrate, ein Maß für die Rechenleistung des Netzwerks und damit für die Fähigkeit, neue BTC zu schürfen, fiel am Montag abrupt. Die ETF-Aktivität zog stark an: Das Handelsvolumen erreichte 5,29 Mrd. US-Dollar und markierte den aktivsten Tag seit dem 2. Dezember 2025. Neben FBTC verzeichneten weitere Produkte Abflüsse (absteigend nach Volumen): Bitwise Bitcoin ETF (NYSE: BITB) 44,32 Mio. US-Dollar, Ark & 21Shares Bitcoin ETF (CBOE: ARKB) 34,49 Mio. US-Dollar, Grayscale Bitcoin Mini Trust ETF (NYSE: GBTC) 27,51 Mio. US-Dollar, VanEck Bitcoin ETF (CBOE: HODL) 21,25 Mio. US-Dollar. Käufe wurden für keinen der ETFs gemeldet. Es ist der größte Abfluss des Monats und der stärkste seit dem 20. November 2025, als mehr als 900 Mio. US-Dollar aus ETFs abgezogen wurden. FBTC hatte in den ersten beiden Dezemberwochen noch Zuflüsse verbucht: 61,96 Mio. US-Dollar in Woche 1 und 84,47 Mio. US-Dollar in Woche 2. Am Montag war es bereits das dritte Mal im Dezember, dass FBTC Nettoabflüsse auswies. Auffällig: IBIT, das aufgrund seiner großen Bestände oft die Nettoflüsse dominiert, zeigte am Montag keine Aktivität. In der ersten Dezemberwoche lagen die Nettoflüsse insgesamt bei -87,77 Mio. US-Dollar, in der folgenden Woche bei +286,6 Mio. US-Dollar. Mit dem Kursrückgang und den Abflüssen sank das Nettovermögen der BTC-Spot-ETFs auf 112,27 Mrd. US-Dollar, nach 118,27 Mrd. US-Dollar zum Schluss am vergangenen Freitag. Technisch rückte die Zone um 85.000 US-Dollar in den Fokus. Während der Überschneidung der regulären Handelszeiten von London und New York fiel BTC in den ersten 65 Minuten der New-York-Session um mehr als 3,6% auf rund 86.620 US-Dollar, was die Volatilität zusätzlich verstärkte. Nach dem Test des Bereichs um 85.140 US-Dollar schloss BTC die New-York-Session bei 86.196 US-Dollar. In der anschließenden Tokio-Session wurde das Niveau um 85.260 US-Dollar erneut angelaufen. Am Derivatemarkt kam es zu deutlichen Long-Liquidationen. Für den Vortag wurden 184 Mio. US-Dollar an BTC-Liquidationen gemeldet; laut CoinGlass entfielen 84% der ausgelöschten Positionen auf Longs. An anderer Stelle heißt es, Longs hätten 86% der gesamten BTC-Liquidationen ausgemacht. Zur Hashrate-Entwicklung hieß es zudem, in Chinas Provinz Xinjiang seien nach einer staatlichen Untersuchung der Mining-Aktivitäten rund 400.000 Maschinen abgeschaltet worden. Dies habe einen Rückgang der Rechenleistung um 8% ausgelöst. Kong hatte bereits am 13. Dezember 2025 auf eine bevorstehende Abschaltung hingewiesen. Nano Labs ist neben dem Chipgeschäft auch als Digital-Asset-Treasury-Unternehmen aktiv und hält laut Bitcoin Treasuries(dot)Net 1.000 BTC. Ein abrupter Hashrate-Rückgang gilt als negatives Signal für die Sicherheitslage des Netzwerks und kann Marktteilnehmer verunsichern. Zudem könnten betroffene Mining-Farmen durch Einnahmeausfälle gezwungen sein, BTC zu verkaufen, um Liquidität zu sichern – ein Faktor, der den Verkaufsdruck zusätzlich erhöht haben könnte.