Bitcoin-Standard-Treasury-Firma will "Berkshire Hathaway" der Krypto-Ära werden
Adam Back, Kryptograf und in Satoshis Bitcoin-Whitepaper namentlich zitierte Referenz, will das Warren-Buffett-Playbook ins Bitcoin-Zeitalter übertragen. Seine Bitcoin Standard Treasury Company positioniert sich nicht als passiver Bitcoin-Horter, sondern als aktiver Treasury-Manager. Ziel: den Bitcoin-Bestand je Aktie langfristig zu steigern.
BSTR Holdings will mit 30.021 BTC in der Bilanz an den Start gehen. Zum aktuellen Kurs läge der Wert deutlich über 3 Mrd. US-Dollar – damit wäre das Unternehmen schon vor Handelsbeginn einer der größten Corporate-Bitcoin-Halter weltweit. 25.000 BTC stammen laut Angaben von den Gründern, darunter Back und Blockstream Capital. Weitere 5.021 BTC kommen aus dem, was das Unternehmen als erste US-Bitcoin-PIPE-Equity-Zusage bezeichnet. Zusätzlich strebt BSTR bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar an weiterem PIPE-Kapital an, um zusätzliche Käufe zu finanzieren.
Der Börsengang soll über die Fusion mit Cantor Equity Partners I erfolgen, einer SPAC, die bei ihrem IPO rund 200 Mio. US-Dollar eingesammelt hat. Das Unternehmen soll unter dem Ticker BSTR an der Nasdaq notieren. Der Abschluss der De-SPAC-Transaktion ist – vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre – bis April 2026 avisiert.
Mit dem Anspruch "Berkshire Hathaway 2.0" grenzt sich BSTR bewusst von reinen Buy-and-Hold-Storys ab. Die Firma kündigt an, Renditen über "Bitcoin-native Strategien" zu erwirtschaften und Bitcoin aktiv im Markt einzusetzen. Der Vergleich mit Buffett ist dabei mehr als Marketing: Berkshire hält nicht nur Liquidität, sondern allokiert Kapital über operative Beteiligungen und Investments, um Erträge zu kapitalisieren. In Backs Version soll Bitcoin statt US-Dollar das Basis-Asset sein. Entscheidend ist damit nicht nur, ob der Bitcoin-Preis steigt, sondern ob die je Aktie zurechenbaren BTC wachsen.
Back gilt als Pionier: Er entwickelte Hashcash, ein Proof-of-Work-System, das direkt als Vorlage für den Mining-Mechanismus von Bitcoin diente. Seit 2014 führt er Blockstream, einen der etablierten Infrastruktur-Anbieter im Bitcoin-Ökosystem. BSTR verweist zudem auf eine Marktthese: Die Bitcoin-Käufe börsennotierter Unternehmen könnten perspektivisch das Zehnfache der täglich neu geminten Menge erreichen.
Für Anleger verändert das den Risiko-Mix. Aktives Treasury-Management bringt neben der Volatilität des Basiswerts auch Gegenparteirisiken und Ausführungsrisiken der Strategie mit sich. Bewertet werden muss, ob die angekündigten Yield-Ansätze tatsächlich Mehrertrag liefern oder Komplexität und zusätzliche Risiken schaffen, die ein simples Kaufen und Halten vermeidet. Hinzu kommt der SPAC-Faktor: De-SPAC-Fusionen haben in den vergangenen Jahren eine durchwachsene Bilanz, viele Unternehmen notierten nach dem Merger deutlich unter ihren ursprünglichen Bewertungen.