CFTC und US-Justiz klagen gegen drei Bundesstaaten wegen Zuständigkeit für Prognosemärkte
US-Bundesbehörden gehen koordiniert juristisch gegen Eingriffe einzelner Bundesstaaten in Prognosemärkte vor. Damit wollen sie die bundesweite Kontrolle über sogenannte Event Contracts absichern und klären, wie diese Produkte innerhalb der US-Derivatemärkte reguliert werden.
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und das Justizministerium (DOJ) reichten am 2. April Klagen gegen Arizona, Connecticut und Illinois ein. Im Kern zielen die Verfahren darauf ab, die ausschließliche Bundeszuständigkeit für "designated contract markets" zu bekräftigen, die Event Contracts anbieten.
CFTC-Chef Michael S. Selig betonte auf der Plattform X die Bundeskompetenz und verwies auf jüngste Durchsetzungsmaßnahmen: "Die CFTC hat eine klare und seit langem bestehende ausschließliche Zuständigkeit zur Regulierung von Prognosemärkten. In jüngster Zeit haben jedoch staatliche Aufsichtsbehörden versucht, widersprüchliche und gegenteilige Verpflichtungen für bei der CFTC registrierte Prognosemärkte durchzusetzen." Er ergänzte: "Als Reaktion darauf haben die CFTC und das Justizministerium heute drei separate Klagen bei Bundesbezirksgerichten gegen die Bundesstaaten Arizona, Connecticut und Illinois eingereicht, um unsere gesetzliche Zuständigkeit über diese Märkte erneut geltend zu machen."
Nach Darstellung der Behörde hat der Kongress mit dem Commodity Exchange Act einen einheitlichen nationalen Rahmen für die Derivateaufsicht geschaffen. Eingriffe auf Ebene der Bundesstaaten führten demnach zu kollidierenden Vorgaben und zu Unsicherheit für Marktteilnehmer, die über mehrere Rechtsräume hinweg tätig sind.
Die CFTC hatte zuletzt eine "Advanced Notice of Proposed Rulemaking" veröffentlicht, um die aus ihrer Sicht bestehende Unklarheit bei der Regulierung von Prognosemärkten zu adressieren. Weitere Regelsetzungsschritte werden erwartet, die die Compliance-Pflichten für Event Contracts an bundesweit beaufsichtigten Börsen präzisieren.
Event Contracts existieren seit Jahrzehnten, unter anderem in frühen akademischen Märkten zu Wahlen oder Konjunkturindikatoren. Nach der Finanzkrise 2008 wurde die Bundesaufsicht ausgeweitet und umfasst seither eine umfassende Kontrolle von Kontrakten mit Bezug zu Rohstoffen. Das Regelwerk soll Innovation ermöglichen, zugleich aber Schutz vor Manipulation und missbräuchlichen Praktiken bieten.
Selig erklärte: "Die CFTC wird weiterhin ihre ausschließliche regulatorische Zuständigkeit für diese Märkte schützen und Marktteilnehmer gegen übereifrige staatliche Regulierer verteidigen."
FAQ
Warum haben CFTC und DOJ die Bundesstaaten wegen Prognosemärkten verklagt?
Die Behörden wollen die ausschließliche Bundeszuständigkeit sichern und verhindern, dass abweichende Regeln der Bundesstaaten regulierte Derivatemärkte beeinträchtigen.
Wie gilt der Commodity Exchange Act für Prognosemärkte?
Das Gesetz schafft einen einheitlichen bundesweiten Rahmen, der Event Contracts als Teil der umfassenden Derivateaufsicht erfasst.
Welche Auswirkungen könnten die Klagen für Marktteilnehmer haben?
Ein Urteil auf Bundesebene könnte die regulatorische Unsicherheit verringern und Compliance-Anforderungen über alle Rechtsräume hinweg vereinheitlichen.
Warum gelten Regeln der Bundesstaaten als Risiko für Prognosemärkte?
Maßnahmen auf Ebene der Bundesstaaten können uneinheitliche Pflichten auslösen, die den operativen Aufwand erhöhen und das rechtliche Risiko für Börsen und Investoren steigern.