Coinbase lehnt Senats-Kompromissentwurf zu Stablecoin-Renditen in CLARITY-Act-Gesprächen ab

Coinbase hat einen aktuellen Kompromissentwurf aus dem US-Senat zu Stablecoin-Renditen im Rahmen der laufenden Beratungen zum CLARITY Act zurückgewiesen. Nach Angaben von Punchbowl News informierte das Unternehmen in dieser Woche mehrere Senatsbüros über seine Bedenken. Der Text, der im Umfeld der Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks zirkulierte, würde Rewards auf Stablecoins stärker begrenzen und Renditekonstruktionen nach dem Standard der "ökonomischen Gleichwertigkeit" (economic equivalence) einordnen. Der Entwurf sieht dem Bericht zufolge ein Verbot "passiver" Renditen auf Stablecoin-Guthaben vor, lässt aber aktivitätsbasierte Vergütungen zu. Gleichzeitig soll der Gleichwertigkeitsstandard Unterschiede zwischen Reward-Programmen auf verschiedenen Plattformen abgrenzen. Außerdem würde der Vorschlag den Zugang zu Daten über Transaktionsgrößen einschränken. Coinbase hatte bereits eine frühere Fassung des CLARITY Act im Zuge eines für Januar angesetzten Markups im Senate Banking Committee kritisiert. Die Abstimmung wurde später verschoben, nachdem Coinbase und weitere Akteure der Krypto-Branche Widerstand signalisiert hatten. In früheren Berichten war zudem von Gesprächen im Weißen Haus die Rede, die Differenzen zwischen Branchengruppen zur Frage von Stablecoin-Renditen überbrücken sollten. An den Märkten sorgte die anhaltende Unsicherheit um die Gesetzesinitiative für Bewegung bei Coinbase und Circle. Coinbase weist für 2025 Stablecoin-Umsätze von 1,35 Mrd. US-Dollar aus, die aus Vereinbarungen zur USDC-Distribution stammen und vor allem mit der Partnerschaft mit Circle bei Betrieb und Vertrieb von USDC zusammenhängen. Analysten von Mizuho nannten die festgefahrenen Verhandlungen zum CLARITY Act als einen wesentlichen Treiber der jüngsten Kursrückgänge. Senatorin Cynthia Lummis erklärte öffentlich, für eine Verabschiedung sei ein parteiübergreifender Kompromiss erforderlich. Zugleich werde weiter daran gearbeitet, Stablecoin-Rewards zu schützen und Bedenken wegen möglicher Einlagenabflüsse bei Community Banks aufzugreifen. Patrick Witt, Executive Director des President’s Council of Advisors for Digital Assets, äußerte sich im Zusammenhang mit Diskussionen zur Marktstimmung. Im Kern prallen die Interessen von Banken und Krypto-Unternehmen aufeinander: Banken warnen, dass Stablecoin-Renditen Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abziehen könnten. Die Krypto-Branche hält dagegen, dass der Zugang zu Renditen die finanzielle Flexibilität für Nutzer und Institutionen erhöht. Senatoren prüfen weiterhin eine überarbeitete Textfassung, die Anfang der Woche von Thom Tillis und Angela Alsobrooks in Umlauf gebracht wurde. Streitpunkt bleibt, ob Stablecoin-Rewards unter bankähnliche Renditedefinitionen fallen sollen.