CoinShares: Krypto-Fonds verzeichnen in einer Woche Nettoabflüsse von 1,47 Mrd. US-Dollar

Wie CoinMarketCap unter Berufung auf den aktuellen Wochenbericht von CoinShares berichtet, haben digitale Anlageprodukte in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von 1,47 Mrd. US-Dollar verbucht. Damit ist es die zweite Woche in Folge mit Mittelabzügen; über zwei Wochen summieren sich die Abflüsse auf 2,54 Mrd. US-Dollar. Besonders stark traf es Bitcoin: Produkte auf Bitcoin verzeichneten allein in einer Woche Abflüsse von 1,315 Mrd. US-Dollar – der höchste wöchentliche Abfluss seit 2026. Treiber dieser Abzugswelle ist vor allem der US-Markt. Regional entfielen auf die USA Nettoabflüsse von 1,425 Mrd. US-Dollar. Auch die Schweiz, Kanada und Hongkong meldeten Rückgaben von 16,2 Mio., 12,5 Mio. bzw. 12,2 Mio. US-Dollar. Das unterstreicht, dass die Risk-off-Stimmung mehrere Märkte erfasst. CoinShares verweist zudem darauf, dass bereits in der Vorwoche 1,07 Mrd. US-Dollar aus Krypto-ETPs abgeflossen waren und damit eine Serie von sechs Wochen mit Nettozuflüssen endete. Nach Assetklassen standen vor allem Bitcoin und Ethereum unter Verkaufsdruck, was auf eine weiterhin vorsichtige Positionierung institutioneller Investoren bei Large-Cap-Kryptowerten hindeutet. Ethereum blieb ebenfalls belastet: Ethereum-Produkte verbuchten Abflüsse von 222,8 Mio. US-Dollar, in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Das spricht dafür, dass der Rückzug nicht auf eine einzelne Kryptowährung begrenzt ist, sondern sich über die großen Krypto-Assets erstreckt. CoinShares interpretiert die Entwicklung als breiteren Abbau von Risikopositionen durch Institutionelle, nicht als kurzfristige Rotation in nur einen Titel. Bei Altcoins gab es derweil selektive Zuflüsse. XRP erzielte Nettozuflüsse von 31,8 Mio. US-Dollar. Near zog 9,0 Mio. US-Dollar an, Solana 7,7 Mio., Sui 2,9 Mio. und Multi-Asset-Produkte 4,7 Mio. US-Dollar. Die Werte liegen unter der Vorwoche, deuten aber darauf hin, dass Kapital nicht vollständig aus dem Kryptomarkt abgezogen wird, sondern teilweise umgeschichtet wird: weniger Bitcoin und Ethereum, mehr themenspezifische Engagements. Auffällig ist Near: Laut Bericht verwaltet das Segment rund 740 Mio. US-Dollar und vereinte einen vergleichsweise hohen Anteil der wöchentlichen Zuflüsse. Geopolitische Risiken bleiben ein wichtiger Faktor für die Marktstimmung. CoinShares nennt die Iran-Risiken als einen zentralen Hintergrund für die jüngste globale Volatilität. Sollten sich zwischen Iran und den USA Entspannungssignale zeigen und damit Risiken für die Straße von Hormus und die Energiemärkte sinken, könnte die kurzfristige, teils kriegsgetriebene Prämie bei Bitcoin nachlassen. Kommt es in der Folge zu Anpassungen bei Sanktionen, Veränderungen bei Mechanismen der Energieabrechnung oder zu Erwartungen rund um das US-Dollar-System, dürfte die Debatte über eine mittel- bis langfristige Nachfrage nach Bitcoin anhalten. Die aktuellen Liquiditätsdaten signalisierten bereits eine defensivere Haltung der Institutionellen gegenüber kurzfristigen Risiken.