Fannie Mae will Krypto-Bestände erstmals als Hypotheken-Reserve anerkennen
Der Leiter der Federal Housing Finance Agency (FHFA), Bill Pulte, hat Fannie Mae und Freddie Mac angewiesen, Vorschläge auszuarbeiten, wonach Kryptowährungsbestände als Reserven bei Hypotheken anerkannt werden können – ohne dass eine Umwandlung in US-Dollar erforderlich ist. Das wäre eine deutliche Abkehr von den bisherigen Vorgaben, nach denen Kreditnehmer Krypto-Assets vor der Berücksichtigung im Genehmigungsprozess in der Regel veräußern müssen.
Da Fannie Mae und Freddie Mac mehr als die Hälfte aller US-Hypotheken garantieren, könnte ein solcher Schritt die Underwriting-Standards in großen Teilen des Immobilienfinanzierungsmarkts verändern. Nach einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) sollen nur Kryptowährungen zählen, die auf US-regulierten Börsen wie Coinbase gehalten werden. Zudem würden Kreditgeber die Bewertungen wegen der hohen Volatilität anpassen – ein zentraler Punkt für Aufseher und Gesetzgeber.
Befürworter sehen darin die Chance, neue Käufergruppen zu erreichen, insbesondere Kreditnehmer, die über Vermögenswerte, aber wenig Liquidität verfügen. Sie könnten Bestände in Bitcoin oder Ethereum für die Finanzierung nutzen, ohne durch Verkäufe steuerpflichtige Ereignisse auszulösen.
Private Anbieter gehen bereits voran: Unternehmen wie Newrez und Rate haben Non-Agency-Hypothekenprodukte aufgelegt, die Krypto-Vermögen für die Qualifikation akzeptieren – darunter Bitcoin, Ethereum sowie sogar SEC-zugelassene Spot-ETFs und Stablecoins.
Politisch bleibt das Vorhaben umstritten. Demokratische Abgeordnete warnen vor den Risiken, die volatile digitale Vermögenswerte für das breitere Wohnimmobiliensystem mit sich bringen könnten. Senatorin Cynthia Lummis hat den "21st Century Mortgage Act" eingebracht, der die FHFA-Vorgabe gesetzlich verankern soll. Der Vorstoß passt zu weiterreichenden politischen Zielen, darunter Präsident Donald Trumps erklärte Absicht, die USA zu einem globalen Krypto-Hub zu machen.
Mit einem Krypto-Marktwert von rund 2,4 Billionen US-Dollar und stark steigender Akzeptanz bei jüngeren Anlegern dürfte die Einbindung digitaler Assets in die Hypothekenprüfung zunehmend weniger eine Frage des "Ob" als des "Wann" sein.