Frankreichs Finanzminister unterstützt Euro-Stablecoins – deutlicher Kurswechsel
Frankreichs Finanzminister Roland Lescure (@RolandLescure) hat sich für eine stärkere Verbreitung eurodenominierter Stablecoins ausgesprochen und EU-Banken aufgefordert, tokenisierte Einlagen zu prüfen. Auf einer Kryptokonferenz in Paris am Freitag kritisierte er, das geringe Volumen eurogebundener Stablecoins im Vergleich zu dollarbasierten sei "nicht zufriedenstellend".
Lescure stellte sich ausdrücklich hinter Qivalis, ein Konsortium aus 12 Banken, darunter ING, UniCredit, BBVA und BNP Paribas. Qivalis bereitet die Einführung eines eurogebundenen Stablecoins für die zweite Jahreshälfte 2026 vor. "Das ist es, was wir brauchen, und das ist es, was wir wollen", sagte Lescure.
Die Aussagen markieren einen klaren Bruch mit dem Kurs seines Vorgängers Bruno Le Maire, der privat emittierten Stablecoins nach eigenen Angaben "keinen Platz auf europäischem Boden" einräumte. Auch der Gouverneur der Banque de France, Francois Villeroy de Galhau, hatte wiederholt davor gewarnt, private Stablecoins könnten zur "Privatisierung des Geldes" führen.
Die Größenordnung der Lücke ist groß: Tether hat mehr als 185 Milliarden US-Dollar an USDT im Umlauf, während der 2023 gestartete eurogebundene Stablecoin der Societe Generale lediglich 107 Millionen Euro ausstehend hat. Qivalis setzt auf MiCA-Konformität und eine Genehmigung der niederländischen Zentralbank. Ziel ist es, zum Standard-Euro-Token über Börsen, Verwahrer und DeFi-Plattformen zu werden, um einer "digitalen Dollarisierung" entgegenzuwirken.