Iran verschärft erneut Regeln in der Straße von Hormus – IRGC-Schnellboote feuern auf Tanker
Irans gemeinsames Militärkommando teilte am Samstag mit, die "Kontrolle über die Straße von Hormus" sei wieder auf den früheren Stand zurückgesetzt worden. Damit nahm Teheran eine Erklärung vom Freitag zurück, in der Außenminister Abbas Araghchi die Meerenge für die kommerzielle Schifffahrt für offen erklärt hatte.
Wenige Stunden später meldete das UK Maritime Trade Operations (UKMTO), zwei Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC) hätten in der Meerenge das Feuer auf einen Tanker eröffnet. Das Schiff und die Besatzung seien in Sicherheit, berichtete AP.
Als Auslöser nennt Iran eine US-Blockade iranischer Häfen und wirft Washington vor, den Waffenstillstandsrahmen vom 7. April zu verletzen. Im Rahmen dieser Vereinbarung hatte Iran zugesagt, die Straße von Hormus zu öffnen, im Gegenzug für eine zweiwöchige Pause der Feindseligkeiten.
Ebrahim Azizi, Vorsitzender der iranischen Parlamentskommission für Nationale Sicherheit, sagte, Schiffe müssten für die Passage erneut eine Genehmigung der iranischen Marine einholen und eine Abgabe entrichten.
Durch die Straße von Hormus laufen rund 20% der weltweit auf dem Seeweg transportierten Öl- und LNG-Mengen. Brent hatte vor der Freitagsmeldung zur Wiederöffnung nahe 130 US-Dollar je Barrel notiert; anschließend fielen die Preise um mehr als 10%.