JPMorgan: Gespräche zum CLARITY Act stehen kurz vor dem Durchbruch
JPMorgan sieht die Verhandlungen zum US-Gesetzesvorhaben CLARITY Act in der Endphase. Laut einem aktuellen Bericht der Bank ist die Zahl der Streitpunkte deutlich geschrumpft: Von ursprünglich 23 offenen Fragen seien zuletzt nur noch zwei bis drei Themen ungelöst.
Der CLARITY Act soll einen klareren Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte in den USA schaffen. Vorgesehen ist eine Aufgabenteilung zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Zudem würden Regeln für Stablecoins und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) festgelegt.
Nach Einschätzung von JPMorgan hat sich auch die Debatte um "Stablecoin-Rewards" in Richtung Konsens bewegt. Ein hochrangiger Politikvertreter sagte demnach, das Thema sei nach Wochen der Diskussion nun in einer besseren Ausgangslage. Ein finaler Gesetzestext liegt bislang dennoch nicht vor.
Im Kern geht es weiter um die Abgrenzung der Zuständigkeiten von SEC und CFTC sowie um die Token-Klassifizierung: Gesetzgeber ringen darum, wann ein digitaler Vermögenswert unter Wertpapierrecht fällt und wann eine andere Behandlung greift. Das würde die Vorgaben für Emittenten, Handelsplätze und Investoren maßgeblich bestimmen.
Offen bleiben außerdem Fragen zur Aufsicht über DeFi-Strukturen. Beteiligte Kreise sprechen zwar von einem Entwurf, der "sehr nah" an der Fertigstellung sei, doch die letzten Differenzen würden noch verhandelt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, ob Stablecoin-Emittenten nutzerseitige Erträge in Form von reward-ähnlichen Renditen anbieten dürfen. Banken lehnen solche Modelle ab und verweisen darauf, dass sie Einlagenähnlichkeit haben und außerhalb der Schutzmechanismen traditioneller Finanzinstitute entstehen könnten. Kryptofirmen drängen dagegen auf mehr Spielraum für zusätzliche Dienstleistungen rund um Stablecoins. JPMorgan hält es für möglich, dass die jüngsten Vorschläge sowohl bei Kryptoanbietern als auch bei klassischen Finanzhäusern Zustimmung finden.
Trotz des gemeldeten Fortschritts bleibt der Zeitplan ein Risikofaktor. Im Kongress ist keine Abstimmung terminiert, und die finale Gesetzessprache steht noch aus. JPMorgan verweist zudem auf die Zwischenwahlen 2026: Sollte die Demokratische Partei die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewinnen, könnte sich die Agenda verschieben und die Krypto-Regulierung langsamer vorankommen. Beteiligte Berater bewerten die Gespräche dennoch als konstruktiv und verweisen darauf, dass ein Kompromiss unvermeidlich sei.
Die Meldung "Crypto News: JPMorgan Sees Breakthrough as CLARITY Act Talks Advance" erschien zuerst bei The Market Periodical.