KelpDAO-Exploit zieht 228 Mio. US-Dollar aus Aave ab – rsETH fällt auf 82% des Peg

Ein massiver Angriff mit Bezug zu KelpDAO und LayerZero hat am Wochenende die DeFi-Märkte erschüttert. Laut Arkham Intelligence wurden bei Aave und Compound insgesamt mehr als 228 Mio. US-Dollar abgezogen. LayerZero ordnete den Vorfall der Lazarus Group zu. Im Zentrum stand eine Manipulation der Bridge-Kommunikation: Der Angreifer speiste eine gefälschte Übertragung in das Verifikationssystem von LayerZero ein und brachte damit den Ethereum-Bridge-Contract von KelpDAO dazu, 116.500 rsETH freizugeben. Dadurch stieg das im Umlauf befindliche Angebot auf Ethereum abrupt. Eine separate Analyse von banteg kommt allerdings zu dem Schluss, dass eher vorhandene Crosschain-Bestände abgezogen wurden, statt neue Token zu prägen. Vor dem Vorfall lag das gesamte rsETH-Angebot bei 629.689 Token; 151.967 rsETH befanden sich auf anderen Chains, darunter Arbitrum, Mantle und Base. Nach dem Exploit hinterlegte der Angreifer rsETH als Sicherheit bei Aave und nahm über 200 Mio. US-Dollar in ETH auf. Das beanspruchte einen großen Teil der rsETH-Liquidität und setzte die Lending-Pools unmittelbar unter Druck. In der Folge kam es zu schnellen Abhebungen und spürbarem Liquiditätsstress in den Kreditmärkten. Bei Aave liefen die Angebotsobergrenzen (Supply Caps) für Stablecoins teilweise an Grenzen, was die verfügbare Liquidität in USDC- und USDT-Märkten verringerte. Besonders relevant: Rund 87,9% des rsETH-Angebots liegen in Aave und Compound. Chain-übergreifend dominiert Aave die rsETH-Einlagen. Auf Ethereum entfallen mehr als 525.000 rsETH, auf Arbitrum, Mantle und Base liegt die Konzentration jeweils bei über 90% innerhalb von Aave. Der Markt preiste die Unsicherheit rasch ein: Auf Ethereum fiel rsETH auf etwa 82% seines ursprünglichen Werts. KelpDAO prüft nun Optionen zur Verlustverteilung. Ein Ansatz wäre, die Verluste auf alle Holder zu verteilen, was rsETH in der Größenordnung von 84% des Peg bewerten könnte. Eine Alternative wäre eine Priorisierung von Holdern auf dem Ethereum-Mainnet mit voller Deckung, während Crosschain-Nutzer nur eingeschränkt entschädigt würden. Zusätzlich wurden rund 40.374 rsETH an eine Ethereum-Multisig-Adresse verschoben, was auf eine Bündelung verbliebener Assets hindeutet. Arkham Intelligence zufolge könnten Aave-Nutzer mit steigenden Borrow-Kosten rechnen, falls die Liquidität angespannt bleibt.