Lido beziffert rsETH-Exposure im EarnETH-Vault auf 9% – rund 70 Mio. US-Dollar in ETH nach Kelp-Vorfall zurückgeholt

Lido hat Details zur Betroffenheit durch den Kelp-Vorfall veröffentlicht. Demnach hatte ausschließlich der EarnETH-Vault eine direkte Position in rsETH. Der Umfang lag bei rund 9% des im Vault gebundenen Kapitals (TVL). Das eigentliche Lido-Staking-Protokoll sei nicht Teil des Ereignisses gewesen; stETH und wstETH blieben laut Angaben unbeeinträchtigt. Nach aktuellem Stand wurden im Zuge von Gegenmaßnahmen bereits etwa 70 Mio. US-Dollar in ETH, die mit dem Angriff in Verbindung stehen, zurückgewonnen. Die Arbitrum Security Council habe diese Mittel gesichert, heißt es im Update. Während die Analyse weiterläuft, arbeiten die Vault-Kuratoren sowohl an der Rückführung der betroffenen Assets als auch an der Entschärfung von Spannungen in Kreditmärkten. Zwei Belastungsfaktoren für Lido Earn Beiträge aus dem Umfeld des Projekts beschreiben zwei getrennte Effekte auf die Lido-Earn-Vaults: Erstens die direkte rsETH-Exposure, zweitens eine Liquiditätsverknappung in Lending-Märkten, die die Finanzierungskosten für "looped" Strategien deutlich erhöht hat. Der Kurator hat Einzahlungen in EarnETH sowie die Bearbeitung von Auszahlungen vorübergehend gestoppt, bis die Abwicklung abgeschlossen ist. Lido Labs brachte zudem einen Vorschlag ein, bis zu 2.500 stETH (rund 5,8 Mio. US-Dollar) bereitzustellen, um das durch den Kelp-Exploit entstandene rsETH-Defizit zu reduzieren. Die Zuwendung soll nur im Rahmen eines vollständig finanzierten Recovery-Pakets erfolgen. Leverage wird reduziert, Kreditmarktstress bleibt Neben rsETH hält EarnETH weitere Positionen, darunter Looping-Strategien, die durch den Zinsanstieg in Lending-Märkten unter Druck geraten sind. Der Kurator reagiert mit dem Abbau von Leverage und Anpassungen der Portfoliostruktur. Laut Update wurde die Situation durch schnelle Maßnahmen verbessert; insbesondere seien wETH-Schuldenpositionen deutlich reduziert worden. Ziel ist, die erhöhten Borrowing-Kosten zu begrenzen und den Druck aus angespannten Kreditmärkten zu senken. Weitere Updates sollen folgen. Sollte sich die Abwicklung deutlich länger hinziehen und die Auszahlung weiterhin ausgesetzt bleiben, könne eine alternative Auszahlungsroute eingeführt werden. DAO-Puffer als First-Loss-Schutz Lido verweist außerdem auf einen First-Loss-Mechanismus für den EarnETH-Vault. Sollte nach Abschluss von Recovery und Abwicklung ein Verlust verbleiben, soll ein 3 Mio. US-Dollar schwerer, aus der Lido-DAO-Treasury finanzierter Puffer greifen. Technisch würde dies durch das Verbrennen der Vault-Anteile der DAO umgesetzt. Damit soll DAO-Kapital vor den Nutzer:innen eingesetzt werden, falls am Ende eine Unterdeckung bestehen bleibt. Ob der Puffer genutzt wird, hängt vom finalen Ergebnis nach Rückgewinnung und Verlustzuweisung ab. Andere Vaults laufen weiter DVV-, GGV- und EarnUSD-Vaults haben laut Lido keine rsETH-Exposure gegenüber Kelp. DVV und EarnUSD seien zudem nicht von den aktuellen Liquiditätsproblemen in Lending-Märkten betroffen. Ein- und Auszahlungen laufen dort regulär weiter, die Rewards für Einleger:innen bleiben unverändert. Das GGV-Subvault ist hingegen in Looping-Staking-Strategien investiert. Zusammen mit dem Zinsanstieg habe diese Struktur die Rendite des Subvaults in den negativen Bereich gedrückt. Kuratoren nehmen laut Mitteilung fortlaufend Anpassungen vor.