Ripple sperrt 700 Millionen XRP erneut im Escrow – Umlaufmenge steigt
Ripple Labs hat im April 2026 erneut einen Großteil der aus dem Escrow freigegebenen XRP zurückgesperrt. Von den 1 Milliarde XRP, die das Unternehmen aus dem Treuhandsystem erhalten hatte, wurden am 1. April 700 Millionen XRP in zwei Tranchen (500 Millionen und 200 Millionen) wieder in Escrow übertragen. Damit wurden Token im Gegenwert von rund 945 Mio. US-Dollar vorübergehend dem Zugriff entzogen.
Trotz der Rücksperre stieg das zirkulierende Angebot: Netto kamen zusätzliche 300 Millionen XRP in den Umlauf, am 2. April mit etwa 384 Mio. US-Dollar bewertet. Laut On-Chain-Daten von XRPSCAN lagen im Escrow zuletzt rund 33,344 Mrd. XRP, während das Netto-Umlaufangebot bei etwa 66,626 Mrd. XRP stand.
Beobachter sehen Parallelen zum ersten Quartal: In den ersten drei Monaten 2026 hatte Ripple insgesamt 900 Millionen XRP freigegeben. Setzt sich dieses Muster im zweiten Quartal fort, dürfte das Thema Angebot weiter im Fokus bleiben.
Marktauswirkung: Die wiederkehrenden monatlichen Verkäufe aus dem Escrow begründet Ripple seit Jahren mit Wachstum und der breiteren Nutzung des XRP Ledger. Gleichzeitig gelten die regelmäßigen Abgaben am Markt als Belastungsfaktor für den XRP-Kurs. In den vergangenen 24 Stunden fiel XRP um mehr als 4% und notierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei etwa 1,30 US-Dollar.
David Schwartz, Gründungsmitglied des XRP Ledger, verteidigte unterdessen Ripples Vorgehen. Das Geschäftsmodell sei stark auf monatliche Verkäufe aus dem Escrow angewiesen, um profitabel zu bleiben. Schwartz betonte zudem, die enge Verbindung zwischen Ripple und dem XRP Ledger könne für beide Seiten vorteilhaft sein, müsse aber nicht zwingend für andere Unternehmen, die Ripples Zahlungsprodukte einsetzen, besonders lukrativ ausfallen.