SEC prüft NYSE-Arca-Regeländerung: Krypto-ETF-Listings sollen leichter werden, Anforderungen an Vermögenswerte steigen
Die US-Börsenaufsicht SEC nimmt eine von NYSE Arca eingereichte Regeländerung unter die Lupe, die die Zulassung von Krypto-ETFs an traditionellen Märkten vereinfachen und zugleich strengere Qualitätsvorgaben für die enthaltenen Vermögenswerte durchsetzen soll. In den Beispielportfolios der vorgeschlagenen, regulierten Rahmenregeln taucht XRP neben Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL) auf.
Die SEC veröffentlichte die Mitteilung am 27. April 2026, nachdem NYSE Arca in New York Anpassungen an seinem Regelwerk für commoditybasierte Trust-Share-Strukturen beantragt hatte. Kern der Vorlage: Emittenten könnten schneller grünes Licht erhalten, wenn der Großteil der im Fonds gehaltenen Positionen bereits regulatorischen Standards entspricht. Zur Veranschaulichung nennt der Antrag Modellportfolios, in denen XRP gemeinsam mit BTC, ETH, SOL sowie Gold geführt wird. Damit wird XRP in eine Vergleichsgruppe mit großen Krypto-Assets eingeordnet, die bereits unter regulierten Futures- und Überwachungsrahmen gehandelt werden.
Strengere Strukturvorgaben für die Asset-Zusammensetzung
NYSE Arca sieht vor, dass mindestens 85% des Fondsvermögens aus zugelassenen Commodities, regulierten Wertpapieren oder Cash bestehen müssen. Emittenten sollen die Einhaltung täglich prüfen und Verstöße umgehend melden. Ziel ist ein schnellerer Zulassungsprozess bei gleichzeitigem Anlegerschutz.
Bis zu 15% des Fonds dürfen in Vermögenswerte fließen, die außerhalb der zentralen Zulassungskriterien liegen. Für die damit verbundenen Märkte sollen dennoch Überwachungsvereinbarungen (Surveillance Agreements) erforderlich bleiben. Laut NYSE Arca soll das Manipulationsrisiken senken und Portfoliomanagern zugleich begrenzte Flexibilität geben.
Nicht-fungible Token (NFTs) und Sammlerstücke werden in der Eingabe ausdrücklich davon ausgenommen, als Commodities zu gelten. Damit wird die Commodity-Klassifikation auf Vermögenswerte mit längerer Handelshistorie und stärkerer Regulierung begrenzt. XRP bleibt im Antrag ein Beispiel für eine zugelassene Commodity, sofern es im Zusammenhang mit genehmigten Krypto-Assets steht.
Marktreaktion und institutionelle Positionierung
Der Vorstoß passt in den breiteren Trend, dass Institutionen stärker auf tokenisierte Vermögenswerte und regulierte Krypto-Produkte setzen. Unternehmen wie Franklin Templeton und Ondo Finance treiben Strategien rund um ETFs und Tokenisierung sowohl im traditionellen Finanzmarkt als auch in Blockchain-Ökosystemen voran. Regulatoren legen parallel mehr Gewicht auf klarere Reporting-Standards und konsistente Aufsicht über unterschiedliche Assetklassen.
Marktbeobachter werten die Nennung von XRP als Zeichen wachsender institutioneller Anerkennung. Die Kursentwicklung bleibt dennoch wechselhaft: XRP notiert nahe 1,37 US-Dollar und liegt auf Wochensicht im Minus, trotz einer moderaten Erholung im Monatsverlauf. Der Kurs bleibt deutlich unter früheren Höchstständen, obwohl ETF-Zuflüsse seit Auflegung insgesamt 1,29 Mrd. US-Dollar erreicht haben.
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