Saylors Bitcoin-Bestand überholt BlackRocks IBIT

CoinDesk zufolge hat Strategy BlackRocks Spot-Bitcoin-ETF IBIT bei den Beständen übertroffen. Das Unternehmen hält nun 815.061 BTC und liegt damit knapp vor IBIT mit 802.824 BTC. Der Abstand ist gering, gilt am Markt aber als symbolträchtig: Ein einzelnes Unternehmen akkumuliert mehr Bitcoin als der weltweit größte Vermögensverwalter über sein ETF-Produkt. Auslöser war ein großer Zukauf: Zwischen dem 13. und 19. April erwarb Strategy 34.164 BTC für rund 2,54 Mrd. US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von knapp 74.400 US-Dollar je Bitcoin. Es handelt sich um den drittgrößten Bitcoin-Deal der Firmengeschichte. Der Gesamtwert der Bitcoin-Position wird auf etwa 61,5 Mrd. US-Dollar beziffert. Damit kontrolliert Strategy nach eigenen Angaben rund 3,9% des künftig verfügbaren Bitcoin-Angebots. Finanziert wurde der Schritt überwiegend über strukturiertes Kapital: Rund 86% der Mittel kamen aus der Ausgabe von Vorzugsaktien, wodurch frisches Kapital aufgenommen werden konnte, ohne die Stammaktionäre stark zu verwässern. Michael Saylor bezeichnet die Vorgehensweise als "Satoshi Value Addition Method". Beobachter werten das teils als geschicktes Financial Engineering, teils als hochriskante Wette auf die langfristige Bitcoin-Entwicklung. Ein direkter Vergleich mit BlackRock ist nur eingeschränkt möglich. IBIT bildet als ETF die Investorennachfrage passiv ab und geht weder Unternehmensrisiko noch Hebel ein. Strategy verfolgt dagegen eine aktive Akkumulationsstrategie, die auf Schulden, Eigenkapital und strukturierter Finanzierung basiert. Das ermöglicht schnelleres Wachstum der Bestände, erhöht aber das Risiko. Für den Markt ist die Rangliste weniger entscheidend als das Signal hinter den Kapitalströmen. ETF-Zuflüsse schwanken oft mit der Stimmung, während eine Treasury-ähnliche Akkumulation im Unternehmensbestand als langfristiger gilt: Einmal gebundene Bestände kommen selten kurzfristig wieder auf den Markt und können das verfügbare Angebot über Zeit spürbar verknappen. Strategy liegt aktuell vorn, doch die Führung ist dünn. Sollten die ETF-Zuflüsse wieder anziehen, könnte BlackRock den Spitzenplatz rasch zurückerobern. Der Moment unterstreicht dennoch einen Trend: Bitcoin wird nicht nur breiter genutzt, sondern von Unternehmen und Institutionen zunehmend gezielt akkumuliert.