US-Banken erwägen Klage gegen OCC wegen Krypto- und Fintech-Treuhandbankenlizenzen
Das Bank Policy Institute (BPI), das 40 große US-Banken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Citigroup vertritt, erwägt laut einem Bericht von The Guardian vom 9. März eine Klage gegen das Office of the Comptroller of the Currency, um die Vergabe von US-Treuhandbankenlizenzen an Kryptounternehmen und Fintech-Startups zu blockieren. Der Streit folgt auf die bedingte Genehmigung von Treuhandbankenlizenzen durch das OCC im Dezember 2025 für fünf Krypto-Unternehmen – Circle, Ripple, BitGo, Paxos und Fidelity Digital Assets – sowie eine nachfolgende Welle von 11 Anträgen innerhalb von 83 Tagen von Akteuren wie Crypto.com, Bridge (Stripes Stablecoin-Tochter), Zerohash und Morgan Stanley, wobei Crypto.com im Februar 2026 eine bedingte Genehmigung erhielt. Der Widerstand umfasst die Conference of State Bank Supervisors, die Independent Community Bankers of America und die American Bankers Association, deren Vertreter argumentieren, das OCC schaffe eine "Frankenstein-Lizenz" und erlaube neuen Marktteilnehmern, unter lockereren Standards mit traditionellen Banken zu konkurrieren, während BPI-CEO Greg Baer behauptet, die Treuhandlizenzen überschritten gesetzliche und historische Grenzen. Die rechtliche Debatte dreht sich um das OCC Interpretive Letter 1176 von 2021 und eine Regeländerung vom 27. Februar 2026 zu "Treuhandgesellschaftsgeschäften und verwandten Aktivitäten", wobei Kritiker behaupten, das OCC habe faktisch Lizenzregeln ohne Einhaltung der Anhörungs- und Kommentierungsverfahren des Administrative Procedure Act geändert, während der amtierende Comptroller Jonathan Gould betont, Treuhandgesellschaften hätten seit langem treuhänderische und nicht-treuhänderische Verwahrung übernommen, Stablecoin-Reserven seien eng und segregiert, und das OCC müsse Antragsteller genehmigen, die gesetzliche Kriterien erfüllen, unabhängig von ihrer Technologie.