US-PCE-Inflation im April bei 3,8% – Kryptomärkte stellen sich auf Fed-Pause ein

Die bevorzugte Inflationskennzahl der US-Notenbank hat im April die Erwartungen erfüllt: Der Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCE) stieg im Jahresvergleich um 3,8% und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2023. Der Kern-PCE ohne Energie und Lebensmittel legte um 3,3% zu und traf ebenfalls die Prognosen. Am Kryptomarkt sorgte die Veröffentlichung für Gegenwind. Bitcoin (BTC) rutschte in Richtung 73.300 US-Dollar und notierte kurz nach den Daten bei rund 73.404 US-Dollar, ein Minus von 2,89% binnen 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung lag bei etwa 1,47 Billionen US-Dollar. Die Details des Berichts fielen gemischt aus. Auf Monatssicht stieg der Kern-PCE um 0,2% und blieb damit unter der erwarteten Rate von 0,3% sowie unter dem Tempo des Vormonats. Das persönliche Einkommen stagnierte und verfehlte die Konsensschätzung von 0,4%, während die Konsumausgaben um 0,5% zulegten. Auch am Arbeitsmarkt kamen neue Signale: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe beliefen sich auf 215.000 und lagen damit leicht über den erwarteten 211.000. Das BIP für das 1. Quartal wurde auf 1,6% nach unten revidiert. Die Zinsmärkte bleiben klar auf "höher für länger" eingestellt. Nach Daten von CME FedWatch sehen Marktteilnehmer mit einer Wahrscheinlichkeit von 98,9% eine unveränderte Fed-Rate in der Spanne von 3,50% bis 3,75% bei der Sitzung am 17. Juni. Nur 1,1% preisen eine Senkung um 25 Basispunkte ein. Die hartnäckig hohe Inflation stützt den US-Dollar und belastet unverzinsliche Anlagen. Beobachter werteten die Daten teils als Rückschlag für das Lager, das auf baldige Lockerungen setzt. Die Analysten von The Kobeissi Letter verwiesen darauf, dass der PCE mit 3,8% und der Kern-PCE mit 3,3% nahe an einem Niveau liegen, das in beiden Fällen deutlich über dem 2%-Ziel der Fed bleibt. Allianz-Chefökonomieberater Mohamed El-Erian ordnete den Datenkranz nüchterner ein. Die Veröffentlichungen seien insgesamt weitgehend im Rahmen der Konsenserwartungen und dürften weder die dominante Konjunkturerzählung noch das aktuelle Marktniveau wesentlich verändern. Ausblick: Nach der Veröffentlichung rechnen Terminmärkte für den Rest des Jahres 2026 nur noch mit wenigen Zinssenkungen. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und ein festerer Dollar haben zuletzt die Nachfrage nach Bitcoin und Gold gedämpft. Im Fokus stehen nun die nächsten US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) sowie die CPI-Inflationszahlen für Mai. Sie dürften maßgeblich bestimmen, wie sich die Chancen auf Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 entwickeln. Ob April den Inflationshöhepunkt markiert oder den nächsten Schub einer zähen Teuerung einleitet, werden die kommenden Preis- und Arbeitsmarktdaten zeigen.