Wochenrückblick: CLARITY Act kommt nicht voran, Warsh legt Krypto-Engagement offen, Goldman beantragt Bitcoin-ETF

Was bewegte diese Woche die Blockchain- und Kryptomärkte? Die wichtigsten Entwicklungen und Hintergründe im Überblick. CLARITY Act verliert im US-Senat erneut Momentum Der US-Gesetzentwurf zur Marktstruktur, der sogenannte CLARITY Act, ist diese Woche aus dem Tageskalender des US-Senats gestrichen worden und hat erneut keinen Termin für ein "Markup" im Banking Committee erhalten. Der Entwurf soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte klarer abgrenzen. Im Juli 2025 hatte das Repräsentantenhaus das Vorhaben mit 294 zu 134 Stimmen gebilligt, im Senat steckt es seitdem fest. Zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach Erträgen auf Stablecoins. Ein Kompromissvorschlag der Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks würde passive Zinszahlungen untersagen, aktivitätsbasierte Rewards aber erlauben. Eine Analyse des Council of Economic Advisers beziffert den Zielkonflikt eines Yield-Verbots auf zusätzlich 2,1 Mrd. USD an Bankkrediten, zugleich aber 800 Mio. USD höhere Kosten für Verbraucher. Kommt bis zum 25. April keine Abstimmung zustande, gilt die Initiative faktisch als erledigt für 2026. CLARITY Act am 15. April 2026 aus dem Senatskalender entfernt: Stablecoin-Yield-Kompromiss seit März, Markup weiter blockiert. Kevin Warsh legt vor Fed-Anhörung Krypto-Beteiligungen offen Kevin Warsh, im März von Donald Trump als Nachfolger von Jerome Powell nominiert, hat vor seiner Anhörung im Senat seine Vermögensangaben veröffentlicht. Sein Vermögen wird auf 131 bis 209 Mio. USD taxiert; allein über zwei Beteiligungen am Juggernaut Fund mit Krypto-Bezug sollen mehr als 100 Mio. USD entfallen. Zu den Positionen zählen Beteiligungen am ETF-Anbieter Bitwise, an Ethereums Layer-2 "Blast", an Polymarket, Electric Capital sowie an der Bitcoin-Lightning-Infrastruktur Flashnet. Die Ethikregeln der Federal Reserve untersagen FOMC-Mitgliedern allerdings das Halten von Kryptowährungen und Einzelaktien. Bei Bestätigung hätte Warsh sechs Monate Zeit, sämtliche Positionen zu veräußern. Powells Amtszeit endet am 15. Mai 2026, was den Zeitdruck im Bestätigungsprozess erhöht. Goldman Sachs steigt mit Covered-Call-Produkt in den Bitcoin-ETF-Markt ein Goldman Sachs hat diese Woche bei der SEC seinen ersten Bitcoin-ETF eingereicht. Bemerkenswert: Noch 2020 hatte das Institut Bitcoin mit der Tulpenmanie verglichen. Der "Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF" soll mindestens 80% seines Vermögens in Spot-Bitcoin-ETPs investieren und darauf Call-Optionen verkaufen, um laufende Prämieneinnahmen zu erzielen. Die Overwrite-Quote kann flexibel zwischen 40% und 100% angepasst werden: höhere Erträge gehen zulasten begrenzter Kurschancen. Goldman zielt weniger auf einen Gebührenkampf mit BlackRocks IBIT (rund 55 Mrd. USD Volumen, 0,25% Gebühr) oder Morgan Stanley (0,14%), sondern auf einkommensorientierte Anleger. Der Start wird für Ende Juni 2026 erwartet. Deutsche Börse kauft Kraken-Anteil zu deutlich niedrigerer Bewertung Die Deutsche Börse investiert 200 Mio. USD in Payward Inc., die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken, und erwirbt damit 1,5%. Daraus ergibt sich eine Bewertung von 13,3 Mrd. USD, rund 33% unter den 20 Mrd. USD, die im November 2025 angestrebt wurden. Seit Oktober ist Bitcoin um etwa 40% gefallen; Kraken hatte zudem seine vertraulich eingereichten IPO-Pläne pausiert. Da es sich um einen Sekundärmarktkauf bestehender Anteile handelt, fließt Kraken kein frisches Kapital zu. Strategisch vertieft der Deal eine seit Dezember 2025 bestehende Partnerschaft: Kraken ist bereits in die FX-Plattform 360T integriert. Weitere Ausbaustufen umfassen White-Label-Lösungen, börsengehandelte Krypto-Derivate über Eurex sowie Tokenisierungsprojekte über Clearstream. Trump-Familie verlängert WLFI-Lock-up um zwei Jahre Beim Krypto-Projekt der Trump-Familie, World Liberty Financial (WLFI), sollen 62,3 Mrd. Token für weitere zwei Jahre gesperrt bleiben, anschließend ist ein mehrjähriges lineares Vesting vorgesehen. Frühe Unterstützer erhalten ihre 17 Mrd. Token erst nach einer zweijährigen Cliff-Periode und dann über zwei weitere Jahre verteilt. Insider und Gründer müssen zudem sofort 10% ihrer mehr als 45 Mrd. Token verbrennen. Besonders umstritten ist ein Sanktionsmechanismus: Investoren, die den Vorschlag ablehnen, bleiben demnach unbefristet gesperrt. Mit Trump verbundenen Einheiten sollen rund 60% aller WLFI-Token kontrollieren und aus dem Verkauf schätzungsweise 1 Mrd. USD erlöst haben. Tron-Gründer Justin Sun, dessen 544 Mio. Token WLFI zuvor eingefroren hatte, kritisiert das Vorgehen scharf. Eine vollständige Freigabe für Investoren wäre frühestens im Januar 2029 möglich, nach Ende von Trumps zweiter Amtszeit. Möchten Sie unseren Wochenrückblick samstags bequem per E-Mail erhalten? Abonnieren Sie den CVJ.CH Newsletter. E-Mail-Adresse: