Bitcoin-Spot-ETFs: Abflüsse von 4,4 Mrd. US-Dollar nach 13 Handelstagen in Folge

US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am Mittwoch Nettoabflüsse von 396,6 Mio. US-Dollar verzeichnet. Damit setzt sich die Verlustserie auf 13 Handelstage in Folge fort. Seit Beginn der Serie am 14. Mai summieren sich die Mittelabzüge laut SoSoValue auf rund 4,4 Mrd. US-Dollar. Es ist die längste ununterbrochene Rückgabewelle seit dem Start der Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024. Bitcoin selbst liegt seit dem Hoch vom 15. Mai mit rund 21% im Minus. Die Abflüsse über ETF-Kanäle erhöhen den Verkaufsdruck in einer ohnehin schwachen Phase für die größte Kryptowährung. Wo das Geld abfließt Ein wesentlicher Teil der täglichen Rückgaben entfiel auf den iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, den größten Spot-Bitcoin-ETF gemessen am verwalteten Vermögen. Auch Produkte von Fidelity und Grayscale zeigten ein ähnliches Bild. Die Abflüsse verteilten sich breit über die großen Emittenten, statt sich auf einen einzelnen Fonds zu konzentrieren. Der größte Wochenabfluss innerhalb der 13-Tage-Phase lag bei 1,42 Mrd. US-Dollar in der Woche bis zum 29. Mai. Trotz der markanten Rückgaben bleiben die kumulierten Nettozuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs seit dem Start im Januar 2024 nahe Rekordniveau. Was die Abflüsse antreibt Als naheliegender Treiber gilt Gewinnmitnahme. Bitcoin hatte bis Mitte Mai deutlich zugelegt, die anschließende Korrektur bot institutionellen Investoren Anlass, Positionen zu reduzieren. Hinzu kommt makroökonomische Unsicherheit, die Asset-Allokatoren über verschiedene Anlageklassen hinweg vorsichtiger agieren lässt. Auch die Mechanik der ETFs spielt eine Rolle: Mittelabflüsse können Verkaufsdruck auf den Basiswert auslösen. Wenn Anleger Anteile zurückgeben, veräußern autorisierte Marktteilnehmer Bitcoin zur Abwicklung der Rücknahmen. Das kann weitere Rückgaben nach sich ziehen, wenn Investoren fallende Kurse in ihren Beständen beobachten. Bedeutung für Anleger Einige Analysten werten die aktuelle Phase als mögliches Kapitulationssignal. In der Historie der Kryptomärkte gingen längere Perioden institutionellen Verkaufs und Kapitulation nicht selten bedeutenden Tiefpunkten voraus. Beobachtung verdient auch der Wettbewerb unter den Emittenten. Sollten die Rückgaben bei BlackRocks IBIT im Verhältnis zur Konkurrenz überdurchschnittlich bleiben, könnte das eher auf eine Umschichtung institutioneller Präferenzen hindeuten als auf einen vollständigen Ausstieg aus der Anlageklasse.