Weißes Haus schließt Prüfung ab: Krypto-Investments in 401(k)-Plänen rücken näher

Das Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA) im Weißen Haus hat die Prüfung eines Vorschlags des US-Arbeitsministeriums (Department of Labor, DOL) abgeschlossen, der den Weg dafür ebnen soll, dass rund 12 Billionen US-Dollar an Vermögen in 401(k)-Plänen stärker in alternative Anlagen wie Kryptowährungen und Private Equity fließen können. Laut einem aktuellen Update beendete OIRA die Prüfung am 24. März, nachdem das Vorhaben am 13. Januar in den Prüfprozess gegangen war. Damit kann die Employee Benefits Security Administration (EBSA) des DOL, zuständig für die Durchsetzung der Treuhand- und Sorgfaltsstandards bei betrieblichen Altersvorsorgeplänen, die Regelung in den kommenden Wochen zur öffentlichen Stellungnahme veröffentlichen. Ursprung im Executive Order vom August 2025 Der Vorstoß geht unmittelbar auf ein Executive Order zurück, das Präsident Donald Trump am 7. August 2025 unterzeichnete. Darin wurden Bundesbehörden angewiesen, langjährige Beschränkungen für alternative Vermögenswerte in Plänen nach dem Employee Retirement Income Security Act von 1974 (ERISA) zu überprüfen. Die Anordnung gab der EBSA als DOL-Unterbehörde 180 Tage Zeit, neue Leitlinien auszuarbeiten. Diese Frist endete rechnerisch am 3. Februar, die Veröffentlichung verzögerte sich allerdings durch die Prüfung im Weißen Haus. Kernfrage: Haftungsrisiken für Treuhänder Im Zentrum steht eine juristische Unsicherheit, die viele Plananbieter bislang bremst: Ob die Aufnahme volatiler oder illiquider Anlageklassen in das Vorsorgemenü Arbeitgeber einem unvertretbaren Treuhandhaftungsrisiko aussetzt. Unter ERISA müssen Treuhänder ausschließlich im Interesse der Planteilnehmer handeln und können verklagt werden, wenn angebotene Anlagen Benchmarks unterbieten oder überhöhte Gebühren verursachen. Die erwartete EBSA-Regelung dürfte hier ansetzen und explizite Rechtssicherheit schaffen. Arbeitgeber sollen demnach nicht automatisch gegen ihre Treuhandpflichten verstoßen, wenn sie solche Optionen anbieten, sofern angemessene Due-Diligence-Prüfungen und transparente Offenlegungen erfolgen. Private Anleger bleiben zurückhaltend Bei 401(k)-Konten zeigen sich Privatanleger deutlich vorsichtiger. Eine Umfrage unter mehr als 1.000 Boldin-Abonnenten weist eine Mischung aus Interesse und Skepsis gegenüber der Öffnung für Kryptowährungen, Private Equity und Immobilien aus. Die Befragten sind überwiegend 56–65 Jahre alt (63%) sowie 45–55 Jahre (22%) und gelten als erfahrene Ruhestandsinvestoren, die ihre Finanzen aktiv steuern. Knapp die Hälfte (48%) lehnt den Vorschlag ab, 34% unterstützen ihn. 80% geben an, voraussichtlich keinen Teil ihres 401(k) in alternative Anlagen zu investieren. Selbst wenn solche Produkte während der Erwerbsjahre verfügbar gewesen wären, würden 78% Alternativen komplett meiden oder den Anteil auf höchstens 5% des Portfolios begrenzen. Obwohl mehr als 80% mit alternativen Investments vertraut sind, glauben 85%, dass die meisten Vorsorgesparer die Risiken nicht verstehen. Anders das Bild im Vereinigten Königreich: Laut einer Aviva-Umfrage wächst das Interesse an Krypto bei britischen Erwachsenen. 27% wären offen dafür, Kryptowährungen in ihre Altersvorsorge einzubinden, 23% erwägen, einen Teil oder die gesamte Rente abzuheben, um zu investieren. Als Motive werden höhere Renditen, Innovation und Diversifikation genannt. Gleichzeitig bleiben Risiken zentral, darunter mögliche Einbußen bei Rentenansprüchen, Sicherheitsbedrohungen und fehlender regulatorischer Schutz. Kurswechsel gegenüber der Vorgängerregierung Unter der vorherigen Regierung veröffentlichte das DOL Hinweise zur Compliance-Unterstützung, die Treuhänder faktisch davon abhielten, digitale Anlageoptionen anzubieten. Genannt wurden Volatilität, Bewertungsprobleme und der damals noch frühe Stand der Krypto-Verwahrinfrastruktur. Trumps Executive Order vom August 2025 drehte diese Linie ausdrücklich und stellte einen breiteren Anlagezugang als Frage wirtschaftlicher Freiheit und Ruhestandssicherheit dar. Neben dem DOL sollten auch das Finanzministerium (Treasury Department) und die US-Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) Barrieren gemeinsam abbauen. Wie es weitergeht Als nächster Schritt muss das DOL die Regelung im Federal Register veröffentlichen. Damit beginnt eine Kommentierungsphase, in der Branchenverbände, Verbraucherschützer und Kongressmitglieder Stellung beziehen. Eine Finalisierung kann Monate dauern, zudem könnten Klagen die Umsetzung weiter verzögern.