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Harvard trennt sich von Ethereum-ETF, Abu Dhabis Staatsfonds stockt Bitcoin-Position auf
Laut CoinDesk läuft am Freitag die Frist für institutionelle Vermögensverwalter, ihre aktuellen Quartalsbestände per 13F bei der US-Börsenaufsicht SEC offenzulegen. Die Meldungen geben Einblick, wie Staatsfonds, Universitäten und Banken ihre Engagements in Krypto-ETFs anpassen.
Zu den größten Investoren zählt Abu Dhabis Staatsfonds Mubadala. Zum Stichtag 31. März erhöhte Mubadala seine Position im BlackRock iShares Bitcoin Trust ETF (Ticker: IBIT) von 12.702.323 auf 14.721.917 Anteile. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem Wert von knapp 660 Mio. US-Dollar.
Das Abu Dhabi Investment Committee (ADIC), eine Mubadala-Tochter, hielt seine IBIT-Stückzahl dagegen unverändert. Aus dem 13F-Bericht für das erste Quartal geht hervor, dass ADIC zum 31. März 8.218.712 IBIT-Anteile im Wert von 315,8 Mio. US-Dollar hielt. Diese Stückzahl entspricht der zum Jahresende gemeldeten Position der Tochter Al Warda Investments. Der Wertrückgang um rund 92 Mio. US-Dollar wird mit dem Quartalsrückgang des IBIT-Kurses erklärt, nicht mit Verkäufen. In der Einreichung wurden zudem die Reporting-Rollen zwischen den beiden Einheiten getauscht. Nach drei Quartalen mit separaten Meldungen teilte das Unternehmen am Freitag mit, die Bestände würden künftig über die Abu Dhabi Deposit Insurance Corporation (ADIC) berichtet; der wirtschaftlich Berechtigte habe sich nicht geändert.
Mehrere Universitätsstiftungen meldeten weitgehend stabile Krypto-ETF-Engagements. Dartmouth College hielt unverändert 201.531 IBIT-Anteile (Wert: etwas über 9 Mio. US-Dollar) und verlagerte sein Ethereum-ETF-Exposure vom Grayscale Ethereum Mini Trust in den Grayscale Ethereum Staking ETF, bei unverändert 178.148 Anteilen. Zusätzlich gab Dartmouth neu erworbene 304.803 Anteile am Bitwise Solana Staking ETF bekannt, derzeit mit knapp 3,67 Mio. US-Dollar bewertet. Das gilt als eines der ersten Signale institutioneller Stiftungen, über Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) hinaus zu diversifizieren.
Brown University blieb bei 212.500 IBIT-Anteilen. Emory University vereinfachte seine Bitcoin-Fondspositionen, reduzierte von zwei auf eine: Die Universität verkaufte ihre gesamten 4.450 IBIT-Anteile und stockte stattdessen den Grayscale Bitcoin Mini Trust auf. Die Position, zuvor bei etwas mehr als 1 Mio. Anteilen, liegt nun bei 1.354.148 Anteilen.
Harvard University, die Ende 2025 nach der Offenlegung größerer IBIT-Bestände im Fokus stand, reduzierte im ersten Quartal weiter. Zum 31. März hielt der Stiftungsfonds laut Bericht 3.044.612 IBIT-Anteile im Wert von rund 117 Mio. US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang um 43% gegenüber den 5,35 Mio. Anteilen zum Jahresende 2025, nachdem bereits im vierten Quartal um 21% reduziert worden war. Zudem liquidierte Harvard seine Position im BlackRock-Spot-Ethereum-ETF vollständig, die mit 86,8 Mio. US-Dollar bewertet war und erst im Vorquartal aufgebaut worden war. IBIT ist damit nicht mehr Harvards größte gemeldete Position. An der Spitze des 13F-Portfolios steht nun TSMC; Alphabet, Microsoft und der SPDR Gold Trust sind ebenfalls höher gewichtet als TSMC.
Auch klassische Finanzinstitute rebalancieren und sichern ab. Die Royal Bank of Canada erhöhte ihre direkten IBIT-Bestände und weitete den Einsatz von Put- und Call-Optionen zur Absicherung aus. Scotiabank, die zuvor ihre Bestände an US-Bitcoin-Aktien mit Trump-Bezug abgebaut hatte, erhöhte ihre IBIT-Position um 214.370 Anteile. Barclays legte eine mehrschichtige IBIT-Position offen, darunter rund 4,46 Mio. Anteile am Spot-ETF sowie umfangreiche Put- und Call-Optionen auf den Fonds.
Andere Marktteilnehmer reagierten auf den Rückgang des Kryptomarkts im ersten Quartal mit Positionsabbau. Die in Hongkong ansässige Offshore-Gesellschaft Laurore, die Anfang des Jahres als einer der größten IBIT-Halter aufgefallen war, reduzierte laut Einreichungen ihren Bestand von 8.786.279 auf 6.846.279 Anteile.