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Bitcoin nahe 80.000 US-Dollar: Spot-ETFs melden den achten Zufluss-Tag in Folge – BlackRock's IBIT steuert 2,02 Mrd. US-Dollar bei
Bitcoin notierte am Donnerstag bei rund 79.520 US-Dollar und legte binnen 24 Stunden etwa 1,1% zu. Zuvor hatte die Kryptowährung intraday kurz 80.475 US-Dollar erreicht. Treiber bleiben die US-Spot-Bitcoin-ETFs: Sie verzeichneten die achte Sitzung in Folge Nettozuflüsse, in Summe 2,8 Mrd. US-Dollar.
Im Zentrum stand BlackRock's iShares Bitcoin Trust (IBIT). Laut Daten von Farside Investors entfielen 2,02 Mrd. US-Dollar auf IBIT, rund 72% der Zuflüsse der gesamten Acht-Tage-Serie. Grayscale's GBTC setzte den Abfluss fort und verlor allein am Mittwoch 50,4 Mio. US-Dollar.
Seit dem Start der US-Spot-Bitcoin-ETFs summieren sich die kumulierten Nettozuflüsse der Kategorie auf 54,7 Mrd. US-Dollar. IBIT kommt dabei auf 63,1 Mrd. US-Dollar Zuflüsse, während GBTC Abflüsse von 27,6 Mrd. US-Dollar aufweist.
Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas verwies auf das größere Bild: Gold- und Bitcoin-Fonds hätten in der vergangenen Woche zusammen rund 7 Mrd. US-Dollar angezogen. Er sprach von einem „by far" Rekord für einen Fünf-Tage-Zeitraum und ordnete die Bewegung als „de-basement trade" ein, der die Aufmerksamkeit von KI-Themen abziehe. Zudem sei IBIT's Jahresbilanz bei den Zuflüssen nach längerer Abflussphase inzwischen wieder ins Positive gedreht.
Auch die Handelsaktivität zog deutlich an. Stephen Wundke, Strategy and Revenue Director bei Algoz Technologies, bezifferte das wöchentliche Handelsvolumen auf mehr als 90 Mrd. US-Dollar, etwa doppelt so viel wie üblich. Auf Bitcoin selbst entfielen dabei knapp unter 40 Mrd. US-Dollar. Die ETF-Zuflüsse von nahezu 2 Mrd. US-Dollar in einer Woche entsprächen in etwa den Zuflüssen der vorangegangenen 30 Tage zusammen. Hielten die Zuflüsse bis August an, könne es der stärkste Monat seit Oktober 2025 werden.
Analysten mahnen zur Vorsicht bei der Interpretation von Tageswerten. Tim Sun, Senior Researcher bei HashKey, sagte gegenüber Decrypt, ein Vergleich von Zuflüssen und Preis seit 2024 zeige zwar eine positive, aber nur moderate Korrelation (unter 0,5). Das entspreche grob einer BTC-Preisbewegung von rund 0,4% je 100 Mio. US-Dollar Nettozufluss. Allein aus den Tageszuflüssen lasse sich die Bitcoin-Entwicklung des nächsten Handelstages nur sehr begrenzt ableiten; eher dienten die Daten zur Bestätigung eines Trends als als führender Indikator.
Mehr-Tages-Serien seien dennoch aussagekräftig: Anhaltende Zuflüsse über mehr als fünf Sitzungen sprächen typischerweise für echte Spot-Nachfrage. Sun verwies darauf, dass die aktuelle Serie nach einem deutlichen Rücksetzer in die Spanne von 60.000 bis 70.000 US-Dollar einsetzte. Das deute auf eine wachsende Akzeptanz des aktuellen Preisniveaus hin und könne auf eine Konsensbildung über einen temporären Boden hindeuten. Einen kurzfristigen Widerstand sieht er bei etwa 85.000 US-Dollar.
Das Momentum wirkt allerdings differenziert. Die täglichen Zuflüsse erreichten am 20. August mit 606,3 Mio. US-Dollar ihren Höchststand und gingen seither zurück. Während der Serie lag keine Sitzung über 340 Mio. US-Dollar; am Mittwoch waren es 232,2 Mio. US-Dollar, der niedrigste Wert. Das Bild passt zu einem Markt, der gerade die 80.000-US-Dollar-Marke überschritten hat und zugleich mit gebundenen Käufern sowie Gewinnmitnahmen ringt. Suns praktischer Test: Bleiben die Zuflüsse stabil, während der Preis seitwärts läuft oder leicht nachgibt, würde das darauf hindeuten, dass frisches Kapital Verkaufsdruck absorbiert.
Wundke nannte zudem eine technische Marke auf der Unterseite: Ein nachhaltig über 72.000 US-Dollar liegender Bitcoin-Preis würde aus seiner Sicht „Investoren Vertrauen geben", dass Rücksetzer weiterhin als Kaufgelegenheiten wahrgenommen werden.
Worauf der Markt nun achtet: ob und wie schnell sich die ETF-Zuflüsse fortsetzen, das Kursverhalten rund um 80.000 US-Dollar sowie der Widerstand nahe 85.000 US-Dollar. Ein weiteres Schlüsselthema bleibt die Divergenz zwischen starken IBIT-Zuflüssen und anhaltenden GBTC-Abflüssen, die das ETF-Bild seit dem Start prägt.
Fazit: Spot-ETFs bleiben ein zentraler Faktor, der frisches Kapital in Bitcoin lenkt und die Notierungen stützt. Die Aussagekraft der Flussdaten sollte dennoch mit Augenmaß bewertet werden: Serien und nachhaltig positive Zuflüsse wiegen bei der Beurteilung robuster Nachfrage deutlich schwerer als einzelne Tageswerte.