vor 2 Std.
US-Wohnungsgesetz mit CBDC-Verbot tritt ohne Trump-Unterschrift in Kraft
Ein parteiübergreifendes US-Gesetzespaket zur Wohnraumpolitik, das ein mehrjähriges Verbot für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) durch die Federal Reserve enthält, steht vor dem Inkrafttreten – obwohl Präsident Donald Trump die Vorlage nicht unterzeichnen will. Das Gesetz mit dem Titel "21st Century ROAD to Housing Act" lag nach Angaben rund zehn Tage (Sonntage ausgenommen) auf Trumps Schreibtisch. Nach den Vorgaben der US-Verfassung kann ein Gesetzentwurf in dieser Frist automatisch Gesetz werden, wenn der Präsident weder unterschreibt noch sein Veto einlegt.
Trump sagte laut einem Beitrag auf Truth Social am Freitag, er werde das Wohnungsgesetz nicht unterzeichnen. Eine zuvor geplante Unterzeichnungszeremonie wurde bereits abgesagt. In seinen Äußerungen verwies Trump stattdessen auf den "SAVE America Act", einen separaten Wahlrechtsvorstoß, der breit kritisiert wird, weil er für die Registrierung eine persönliche Vorlage eines Nachweises der US-Staatsbürgerschaft verlangen soll. Eine direkte Begründung mit Blick auf die CBDC-Passage lieferte Trump dabei nicht.
Kernpunkte
- Der "21st Century ROAD to Housing Act" dürfte aufgrund der verfassungsrechtlichen Fristenregelung auch ohne Unterschrift automatisch in Kraft treten, sofern kein Veto erfolgt.
- Der Text untersagt der Federal Reserve, bis zum 31. Dezember 2030 eine CBDC auszugeben oder zu schaffen – ebenso wie jedes "wesentlich ähnliche" digitale Asset.
- Trumps Weigerung adressiert die CBDC-Regelung nach seinen Freitagsaussagen nicht ausdrücklich.
- Der Vorgang nährt Zweifel, ob andere laufende Gesetzesvorhaben zu Digital Assets ebenfalls an politischem Widerstand bei der Unterzeichnung scheitern könnten.
Warum das Gesetz voraussichtlich greift
Mit Annäherung der Frist wurde das verfassungsrechtliche Automatismus-Verfahren zum entscheidenden Faktor. In der Berichterstattung vor Ablauf der Frist hieß es, Trump habe die Unterzeichnung bereits faktisch auf Eis gelegt, indem er die Zeremonie absagte. Am Freitag verschärfte er den Ton und bezeichnete Republikaner, die das Paket unterstützen, als "dumm". Praktisch bedeutet das: Bleibt ein Veto aus, kann die Vorlage ohne aktive Zustimmung des Präsidenten Gesetz werden.
Senatorin Elizabeth Warren, Mitinitiatorin des Gesetzentwurfs, erklärte laut den zitierten Aussagen, die Regelung werde unabhängig von Trumps Weigerung in Kraft treten.
CBDC-Verbot als Teil eines Wohnungsgesetzes
Obwohl der Schwerpunkt des Pakets auf Wohnraumpolitik liegt, enthält es eine klare Einschränkung für digitale Zentralbankwährungen. Die Federal Reserve dürfte bis zum 31. Dezember 2030 weder eine CBDC ausgeben noch schaffen; erfasst sind zudem digitale Assets, die einer CBDC "wesentlich ähnlich" sind. Analysten werteten diese Passage als politisch kalkuliertes Element, um Unterstützung in bestimmten republikanischen Lagern zu sichern.
Auffällig: Trumps Freitagsstatement ging auf den CBDC-Teil nicht ein. Vor dem Hintergrund, dass seine Administration Teile der Digital-Asset-Regulierung "zukunftssicher" machen wolle, deutet das darauf hin, dass das CBDC-Verbot vor allem durch das Verfahren und weniger durch präsidiale Rückendeckung Bestand haben könnte.
Signalwirkung für weitere Krypto-Gesetze
Der Fall zeigt, wie stark Gesetzgebungsprozesse von politischem Taktieren abhängen können, selbst wenn die inhaltlichen Streitpunkte nicht im Zentrum der Einwände stehen. Damit rückt die Frage in den Fokus, ob bei weiteren großen Krypto-Vorhaben ähnliche Dynamiken auftreten.
Ein zentrales Projekt ist der Digital Asset Market Clarity (CLARITY) Act, den mehrere Akteure als eines der wichtigsten Regulierungsvorhaben der vergangenen Jahre bezeichnen. Laut früherer Berichterstattung hat der CLARITY Act das Repräsentantenhaus bereits passiert und zwei zentrale Senatsausschüsse durchlaufen. Republikanische Führungskräfte gehen demnach davon aus, dass die Vorlage im Juli zur Abstimmung ins Senatsplenum kommt, sobald die Abgeordneten aus den planmäßigen Arbeitsphasen in den Bundesstaaten zurückkehren.
Der aktuelle Vorgang unterstreicht aus Marktsicht, dass Verfahren, Zeitpläne und Signale aus dem Weißen Haus ebenso relevant sein können wie die Details der Regulierung. Hinzu kommt eine zusätzliche politische Ebene: In früheren Berichten wurden Trumps persönliche finanzielle Verbindungen zum Kryptosektor hervorgehoben, darunter Angaben, er habe 2025 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar Einnahmen aus Krypto-Aktivitäten erzielt. Genannt wurden dabei unter anderem Memecoins sowie die Plattform World Liberty Financial der Familie. Kritiker sehen darin ein Risiko, dass Verhandlungen über Marktstrukturgesetze mit breiteren politischen Interessen verwoben werden.
Worauf der Markt nun achten sollte
Wenn das Wohnungsgesetz aufgrund der Fristenregelung in Kraft tritt, verlagert sich die Aufmerksamkeit auf den weiteren Weg zentraler Digital-Asset-Gesetze wie des CLARITY Act bis zur Senatsabstimmung – und darauf, ob bei künftigen Vorlagen ähnliche Reibungen mit der Exekutive entstehen. Beobachter sollten neben Gesetzestext und Ausschussfortschritt auch den politischen Kalender sowie Hinweise darauf verfolgen, ob der Präsident bereit ist, weitere krypto-relevante Gesetze zu unterzeichnen.
Der Beitrag wurde ursprünglich unter dem Titel "US CBDC Ban to Start Without Trump Approval in Housing Bill Delay" veröffentlicht.