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US-Arbeitsministerium schlägt Regelwerk vor: 401(k)-Pläne sollen Zugang zu Krypto erhalten
Das US-Arbeitsministerium hat am Montag einen Regulierungsvorschlag veröffentlicht, der Teilnehmern von 401(k)-Plänen den Zugang zu alternativen Anlagen ermöglichen soll – darunter Krypto-Assets wie Bitcoin (BTC). Die zuständige Employee Benefits Security Administration (EBSA) bezeichnete die Initiative als "historisch" und erklärte, sie schaffe einen klaren, prozessorientierten Rahmen, an dem sich Treuhänder von Beitragsplänen bei der Prüfung nichttraditioneller Vermögenswerte orientieren können.
Kern des Entwurfs sind Safe-Harbor-Verfahren, die Planverantwortliche bei der Auswahl sogenannter "designated investment alternatives" anleiten sollen. Treuhänder müssten potenzielle Alternativen anhand definierter Kriterien bewerten, darunter erwartete Rendite, Gebühren, Liquidität, Bewertungsmethoden, passende Performance-Benchmarks sowie die Komplexität der jeweiligen Krypto-Assets.
Das Ministerium betonte, der Vorschlag sei bewusst anlageklassenneutral. Er befürworte keine bestimmte Investmentart, sondern lege einen sorgfältigen Prüf- und Auswahlprozess fest. Hintergrund ist die Executive Order von Präsident Trump mit dem Titel "Democratizing Access to Alternative Assets for 401(k) Investors", deren Vorgaben nun in praxistaugliche regulatorische Leitlinien übertragen werden sollen.
Vertreter des Arbeitsministeriums erklärten, der Entwurf knüpfe an einen langjährigen Ansatz an, der den Treuhandprozess in den Mittelpunkt stellt, statt einzelne Anlageklassen zu bevorzugen oder auszuschließen. "Die Zeiten, in denen das Ministerium Gewinner und Verlierer bestimmt, sind vorbei. Unsere Regel stellt klar, dass Manager alle potenziellen Produktangebote anhand eines sorgfältigen Prozesses prüfen müssen", sagte Arbeitsstaatssekretär Keith Sonderling.
Unterstützung kommt auch aus anderen Behörden. Die EBSA verwies darauf, dass die Compliance-Leitlinien der Biden-Regierung aus dem Jahr 2022 – die Treuhänder faktisch von Krypto-Optionen abschreckten – von den Anforderungen des Employee Retirement Income Security Act (ERISA) abgewichen seien und damit zur geringen Verbreitung alternativer Anlagen in Altersvorsorgeplänen beigetragen hätten. Der neue Vorschlag soll diese Unsicherheit verringern, indem er konkrete, prozessbasierte Schutzmechanismen für Treuhänder schafft, die Krypto-Investments in Betracht ziehen.
Finanzminister Scott Bessent lobte das Vorhaben als "weiteren Schritt zur Einleitung von Präsident Trumps Goldenem Zeitalter". Ziel sei es, "Millionen Amerikanern" den Zugang zu zusätzlichen Vorsorgeoptionen zu eröffnen und gleichzeitig Rentenvermögen zu schützen. Auch SEC-Chairman Paul Atkins unterstützte die Initiative. Es sei für die Altersvorsorge wichtig, dass Amerikaner über diversifizierte, langfristige Anlagen an Innovation und Wirtschaftswachstum teilhaben können; die SEC habe an der Ausarbeitung des Vorschlags mitgewirkt.
Bei einer Verabschiedung würde das Regelwerk Treuhändern einen strukturierten Weg eröffnen, Krypto und andere alternative Anlagen zu prüfen, ohne sofort den Compliance-Risiken ausgesetzt zu sein, die eine Aufnahme in den vergangenen Jahren gebremst hatten.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notierte Bitcoin bei 66.580 US-Dollar, nachdem Kursbewegungen leicht über 68.000 US-Dollar am Montag zuvor nicht ausgebaut werden konnten.