Applied Digital platziert 2,35 Mrd. US-Dollar an Hochzinsanleihen für CoreWeave-KI-Rechenzentrum

Applied Digital Corp. hat sich am Hochzinsmarkt 2,35 Mrd. US-Dollar gesichert, um ein neues Rechenzentrum in Ellendale im US-Bundesstaat North Dakota zu errichten. Die Anleihe wurde mit einem Kupon von 9,25% ausgestattet und zu 97 US-Cent je Dollar Nennwert begeben; daraus ergibt sich eine effektive Rendite von rund 10%. Die Finanzierungsstory stützt sich auf CoreWeave. Der auf KI-Cloud-Computing spezialisierte Anbieter hat langfristige Mietverträge für die geplanten Kapazitäten unterzeichnet. Über die Laufzeit von etwa 15 Jahren könnten diese Verträge nach Unternehmensangaben Erlöse zwischen 5 Mrd. und 11 Mrd. US-Dollar generieren. Die Senior Secured Notes wurden im Rahmen einer Privatplatzierung im November 2025 emittiert und laufen 2030 aus. Der Emissionserlös ist für den Bau von KI- und High-Performance-Computing-Anlagen am sogenannten Polaris-Forge-1-Campus vorgesehen. Die von CoreWeave am Standort vertraglich gebundene Leistung wurde bereits von ursprünglich 250 MW auf 400 MW ausgeweitet. Applied Digital (Nasdaq: APLD) positioniert sich als Vermieter im KI-Infrastrukturboom: Das Unternehmen errichtet und betreibt auf High-Performance-Computing zugeschnittene Rechenzentren und vermietet die Kapazitäten über langfristige Verträge an Cloud-Anbieter und KI-Unternehmen. CoreWeave fungiert als Ankerkunde. Genau das ist zugleich Verkaufsargument und Risikofaktor, da ein einzelner Großkunde den Großteil der Erträge aus der 2,35-Mrd.-US-Dollar-Emission tragen dürfte – ein klassisches "Konzentrationsrisiko". Warum Investoren dennoch zugriffen: Eine Rendite von etwa 10% auf besicherte Schuldtitel gilt im aktuellen Marktumfeld als attraktiv. Die Papiere sind im Non-Investment-Grade-Bereich eingestuft, die Ratingagenturen betrachten die Verschuldung von Applied Digital damit nicht als Investment Grade. Sollten die CoreWeave-Leases die genannten 5 bis 11 Mrd. US-Dollar über rund 15 Jahre einspielen, könnte der Cashflow die Zins- und Tilgungsleistungen für die in fünf Jahren fälligen Notes deutlich abdecken. Der Abschlag von 3% auf den Nennwert bei Emission verbesserte zudem den Einstiegspreis für Erstkäufer. Als vorrangig besicherte Anleihen stehen die Notes in der Kapitalstruktur weit oben; Gläubiger haben im Krisenfall zuerst Zugriff auf die physischen Vermögenswerte. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung anspruchsvoll: Applied Digital ist im Vergleich ein kleinerer Anbieter, der ein sehr großes Bauvorhaben stemmt. Einen 400-MW-Rechenzentrumscampus termingerecht und im Budget zu realisieren, gilt als komplex. Im größeren Kontext zeigt der Deal, wie stark KI-Infrastruktur über Fremd- und Eigenkapital finanziert wird. CoreWeave selbst hat zuletzt umfangreiche Mittel aufgenommen. Das Unternehmen startete ursprünglich im Kryptomining und schwenkte später auf GPU-Cloud-Computing um. Die Bereitschaft, 15-jährige Mietverträge mit Betreibern wie Applied Digital einzugehen, unterstreicht die langen Investitionshorizonte in KI-Infrastruktur. Entscheidend bleibt die in diesem Deal eingepreiste Abhängigkeit: Applied Digital geht faktisch eine fremdfinanzierte Wette ein, dass CoreWeave in den nächsten 15 Jahren zahlungsfähig bleibt und weiter wächst.