CFTC legt Entwurf für neue Regeln zu Prognosemärkten vor und definiert zulässige Wetten

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) hat einen weitreichenden Regelungsvorschlag vorgestellt, der den boomenden Prognosemärkten klarere Leitplanken geben soll. Im Fokus stehen Plattformen wie Kalshi und Polymarket: Zulässige Kontrakte sollen präziser abgegrenzt, Sportwetten grundsätzlich ermöglicht und manipulative Produkte wirksamer unterbunden werden. Der Entwurf baut auf einer im März 2026 veröffentlichten Advance Notice of Proposed Rulemaking auf, zu der die Behörde bereits öffentliche Stellungnahmen unter anderem zu "public interest"-Abwägungen, Manipulationsrisiken und Kosten-Nutzen-Analysen eingeholt hatte. Zusätzlich prüft die CFTC weitere Schutzmechanismen für Privatanleger. Inhaltlich sieht der Vorschlag Verbote für Wetten auf Krieg, Terrorismus, Attentate, Verletzungen sowie bestimmte besonders kleinteilige Sportwetten vor, etwa Kontrakte rund um einzelne Spielaktionen wie "first-pitch"-Wetten. Unter CFTC-Chef Michael Selig hat sich die Behörde von restriktiveren Ansätzen abgewandt, die politische und sportbezogene Event-Kontrakte stärker begrenzen sollten. Stattdessen setzt die CFTC auf einen insgesamt permissiveren Rahmen, der Innovation und Informationsaggregation in Prognosemärkten unterstützen soll, ohne Risiken wie Marktmanipulation, Insiderhandel oder missbräuchliche Nutzung auszublenden. Hintergrund ist das rasche Wachstum von Plattformen, die Kontrakte auf Wahlen, Unternehmensgewinne und Sportereignisse anbieten und damit eine bislang bestehende Regulierungslücke füllen. Die CFTC betont, sie wolle Marktintegrität schützen, Betrug verhindern und die Grundsätze des Commodity Exchange Act durchsetzen, ohne den Sektor durch Überregulierung auszubremsen. Der Regelvorschlag stärkt zudem die Position der Behörde in laufenden Rechtsstreitigkeiten mit US-Bundesstaaten, die eigene Beschränkungen oder Verbote durchsetzen wollen. Die Trump-Regierung setzt dabei auf Bundesrecht-Vorrang (federal preemption), um die Wettbewerbsfähigkeit der USA bei neuen Finanztechnologien zu sichern. Für den Markt erwarten Beobachter anhaltend hohe Handelsaktivität auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket. Kalshi, als bei der CFTC registrierter Designated Contract Market, könnte profitieren, wenn der Vorrang des Bundesrechts Hürden auf Ebene einzelner Bundesstaaten reduziert. Das würde auch die CFTC in Verfahren gegen Staaten wie New York und Illinois stärken, die Glücksspielbeschränkungen oder Verbote anstreben. Wachstumsprognosen fallen deutlich aus: Ein Analyst von Bernstein rechnet damit, dass das Volumen in Prognosemärkten 2026 auf 240 Mrd. US-Dollar steigt, was einem Plus von 370% gegenüber dem Vorjahr entspräche. Bis 2030 soll das Volumen auf 1 Bio. US-Dollar zulegen, bei einer erwarteten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 80%. Ausblick: Die neuen Regeln könnten strengere Schutzstandards für Privatanleger unterstützen und eine engere Verzahnung mit Kryptomärkten begünstigen. Für Herbst 2026 wird zudem parteiübergreifende US-Gesetzgebung zu Digital Assets erwartet, die On-Chain-Prognosetools, tokenisierte Vermögenswerte und Stablecoin-Abwicklungen weiter legitimieren könnte. Ziel wäre, die USA als führenden Standort für regulierte Prognosemärkte zu positionieren. Hinweis: Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung oder sonstige Beratung dar. Coin Edition übernimmt keine Verantwortung für Verluste, die aus der Nutzung der genannten Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Leser sollten vor Handlungen im Zusammenhang mit dem genannten Unternehmen Vorsicht walten lassen.