Bitcoin-Mining-Pool Poolin beantragt Insolvenz – Schulden von 173,1 Mio. US-Dollar

KI-Marktzusammenfassung
Poolins Chapter-11-Antrag hebt ein erhebliches institutionelles Scheitern im Bitcoin-Mining hervor, mit Verbindlichkeiten von ca. 173,1 Mio. US-Dollar, Vermögenswerten von unter 10 Mio. US-Dollar und 10.000–25.000 Gläubigern. Der Fall belebt Bedenken hinsichtlich des Kontrahentenrisikos im Zusammenhang mit minergebundenen Verwahrprodukten (Poolin Wallet) und dem früheren Missbrauch von Nutzervermögen und verstärkt die Prüfung von Governance und Transparenz im gesamten Mining-Sektor und bei damit verbundenen Dienstleistern. Kurzfristig könnte dies die Risiko-Stimmung im Kryptomarkt und das Vertrauen in den Mining-Sektor belasten.
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Laut einem Bericht von BlockBeats haben die in Singapur ansässige Poolin Technology Pte. Ltd. sowie ihre beiden US-Tochtergesellschaften Lonestar Dream und Lonestar Taproot am 22. Juli beim U.S. Bankruptcy Court for the District of New Jersey Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Der Fall gilt als einer der größten institutionellen Zusammenbrüche im Mining-Sektor der vergangenen Jahre. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass sich Poolins Verbindlichkeiten in einer Spanne von 100 Mio. bis 500 Mio. US-Dollar bewegen; als Richtwert werden rund 173,1 Mio. US-Dollar genannt. Dem stehen Vermögenswerte von weniger als 10 Mio. US-Dollar gegenüber. Die Zahl der Gläubiger wird mit 10.000 bis 25.000 angegeben. Der größte Einzelposten entfällt mit etwa 163,7 Mio. US-Dollar auf rund 11.700 Nutzer der "Poolin Wallet". Der Ursprung reicht in den September 2022 zurück: Nach dem Crash am Kryptomarkt soll Poolin Kundengelder zweckwidrig für gehebelte Kreditgeschäfte eingesetzt haben, was in Liquidationen mündete. In der Folge sperrte das Unternehmen Wallet-Auszahlungen und den Kontozugriff unter Verweis auf "Liquiditätsprobleme" und gab IOU-Token aus, statt Nutzern echte Bitcoin zurückzuzahlen. Diese Forderungen sind seit drei Jahren offen. Poolin wurde 2017 in Peking von Kevin Pan, Fa Zhu und weiteren ehemaligen Bitmain-Führungskräften gegründet. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2019 kontrollierte der Pool nach eigenen Angaben rund 18%20% der globalen Hashrate und zählte damit zu den größten Bitcoin-Mining-Pools weltweit. Nach dem Mining-Verbot 2021 verlegte das Unternehmen Aktivitäten in den US-Bundesstaat Texas. Dort geriet das Geschäft laut Bericht unter Druck, weil zugesagte Stromkapazitäten ausblieben: Erwartet wurden 600 MW, tatsächlich standen nur 100 MW zur Verfügung. Dadurch musste Poolin ungenutzte Hardware mit hohen Abschlägen veräußern; zwischen 2023 und 2025 seien so rund 8,8 Mio. US-Dollar Verlust entstanden. Die kumulierten Verluste aus dem Texas-Geschäft beliefen sich auf nahezu 45,9 Mio. US-Dollar. Der Betrieb wurde am 10. Juli dauerhaft eingestellt, eine Wiederaufnahme ist nicht geplant. Als zentrale Option zur Schuldentilgung gilt die Versteigerung von zwei Mining-Assets in Westtexas. Thor CALAP LLC hat eine "reserve bid" über 52 Mio. US-Dollar als Eröffnungsgebot abgegeben. Damit ließen sich die Gesamtverbindlichkeiten von rund 173 Mio. US-Dollar jedoch bei weitem nicht decken; Gläubiger rechnen daher nur mit einer teilweisen Rückzahlung.