Krypto-Geschäfte der Trump-Familie im Visier der Aufseher: Mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar Einnahmen, Investoren mit Milliardenverlusten

CoinDesk berichtet unter Berufung auf Blockchain-Daten, Unternehmensunterlagen und Gespräche mit Investoren, dass die Trump-Familie aus vier großen Krypto-Vorhaben zusammen mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar vereinnahmt haben soll. Externe Investoren schätzen die Verluste der Anleger auf eine Größenordnung, die an diese Summe heranreicht. Im Mittelpunkt stehen Einnahmen aus politischem Branding, Token-Verkäufen und Börsengängen. Den größten Beitrag soll World Liberty Financial geliefert haben. Laut Schätzungen brachte das Projekt der Familie mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar ein, überwiegend über den Verkauf von Governance-Token. Der Token-Verkauf startete im Oktober 2024. Frühkäufer zahlten 1,5 oder 5 Cent und erhielten damit begrenzte Stimmrechte, jedoch keinen Anspruch auf Unternehmensgewinne. Aus der Struktur gehe hervor, dass 75% der Erlöse aus dem Token-Verkauf an DT Marks DEFI LLC flossen, eine mit der Trump-Familie verbundene Gesellschaft. Bis zum 30. April sollen Anleger im Umfeld des World-Liberty-Token Verluste von rund 674 Millionen US-Dollar erlitten haben. Der Token stieg zwischenzeitlich auf 46 Cent und fiel anschließend auf etwa 6 Cent zurück, ein Minus von 87% gegenüber dem Hoch. Auch der Meme-Coin $TRUMP gilt als relevante Einnahmequelle. Der im Januar 2025 gestartete Token sprang kurzzeitig bis auf 75,35 US-Dollar, bevor er stark nachgab. Der Bericht beziffert die Einnahmen für die Trump-Familie auf rund 616 Millionen US-Dollar, während Käufer Verluste von mehr als 700 Millionen US-Dollar erlitten. In die Auswertung einbezogen sind zudem AI Financial Corp. (vormals ALT5 Sigma) und American Bitcoin. AI Financial Corp. nahm im August 2025 750 Millionen US-Dollar auf und verwendete 717 Millionen US-Dollar davon für den Kauf von World-Liberty-Token. American Bitcoin kam über Transaktionen rund um Hut 8's Mining-Aktivitäten und American Data Centers an den öffentlichen Markt; der Aktienkurs fiel nach dem Börsengang deutlich. Politisch wächst der Druck. Senatorin Elizabeth Warren zählt zu den schärfsten Kritikerinnen und fordert von SEC-Chef Paul Atkins eine Prüfung, ob World Liberty Investoren im Zusammenhang mit einer Kreditvereinbarung über 75 Millionen US-Dollar, die durch eigene Token besichert war, in die Irre geführt habe. Warren stellt sich zudem gegen mehrere Krypto-Gesetzentwürfe und argumentiert, die aktuellen Fassungen reichten nicht aus, um zu verhindern, dass amtierende Regierungsvertreter und deren Familien von der Branche profitieren. Das Weiße Haus wies Interessenkonflikte zurück. World Liberty erklärte, man sei ein privates Fintech-Unternehmen und habe das Recht, Geschäfte zu betreiben. Der Bericht sieht die Debatte inzwischen über Fragen des Familienvermögens hinausgewachsen: Im Fokus stehen Stablecoins, Token-Verkäufe und die regulatorischen Grenzen digitaler Vermögenswerte.