US-Inflation steigt im Mai auf 4,2% und dämpft Hoffnungen auf baldige Fed-Zinssenkungen – Kryptomärkte im Fokus

Die US-Inflation hat im Mai erneut angezogen. Das erschwert die Erwartungen auf kurzfristige Zinssenkungen durch die US-Notenbank und rückt Kryptowährungen wieder stärker in den Blick, da Händler das makroökonomische Umfeld für Bitcoin und andere Risikoanlagen neu bewerten. Wie aus dem am Mittwoch vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Verbraucherpreisindex (CPI) hervorgeht, stiegen die Verbraucherpreise im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,5%, nach 0,6% im April. Im Jahresvergleich kletterte die Teuerung auf 4,2%, nach 3,8% im Vormonat. Treiber waren vor allem die Energiepreise. Der Energieindex legte im Monatsverlauf um 3,9% zu und machte laut Bericht mehr als 60% des gesamten CPI-Anstiegs aus. Allein die Benzinpreise stiegen im Mai um 7,0% und liegen über die vergangenen 12 Monate hinweg um 40,5% höher. Damit geraten die zuletzt wieder aufgekommenen Erwartungen an Zinssenkungen später im Jahr unter Druck. Der Sprung beim Gesamtindex deutet darauf hin, dass sich der Preisauftrieb nicht so geradlinig abkühlt, wie es die Geldpolitik zu Jahresbeginn erhofft hatte. Gleichzeitig blieb die Komponente Wohnen (Shelter) erhöht: Sie stieg im Mai um 0,3% und um 3,4% gegenüber dem Vorjahr. Die anhaltend hohen Wohnkosten gehören zu den wichtigsten Beobachtungsgrößen der Fed, da sie häufig ein Signal für breiter verankerte Inflationsdynamik liefern. Etwas Entlastung liefert der Kernindex (Core CPI) ohne Nahrungsmittel und Energie: Er erhöhte sich im Mai um 0,2% und lag 2,9% über dem Vorjahr. Das spricht dafür, dass der zugrunde liegende Preisauftrieb außerhalb des Energiesektors vergleichsweise begrenzt bleibt. Für Kryptohändler dürfte der CPI-Bericht ein zentraler Makro-Faktor bleiben, da Bitcoin weiter in einem Umfeld gehandelt wird, das stark von Zinserwartungen geprägt ist. Höhere Inflation verringert in der Regel die Wahrscheinlichkeit einer aggressiven geldpolitischen Lockerung und kann liquiditätssensitive Anlagen wie Kryptowährungen belasten. Zugleich sehen einige Marktteilnehmer in anhaltender Inflation und steigenden Energiekosten Argumente für die langfristige "Wertspeicher"-Erzählung rund um Bitcoin. Unter der Oberfläche zeigte der Bericht auch nachlassenden Preisdruck in mehreren Kategorien, darunter Rückgänge bei Kfz-Versicherungen, Haushaltsausstattung, Neufahrzeugen und verschreibungspflichtigen Medikamenten. Das gemischte Bild könnte die Märkte vor kommenden Fed-Sitzungen und weiteren Konjunktur- und Inflationsdaten volatil halten. Zusammenfassung: Die US-Inflation stieg im Mai auf 4,2%, vor allem getrieben durch höhere Energie- und Benzinpreise. Der stärkere CPI-Bericht dürfte die Erwartungen auf baldige Fed-Zinssenkungen dämpfen und die Kryptomärkte auf geldpolitische Signale fokussiert halten.